Mittelpunkt Mensch am Kraftort Eifel - Zentrum für Lebensfreude -
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November 

 

Eine Reise zu deinem inneren „Gärtner“ – für Selbstsicherheit und Selbstvertrauen

Wenn ich in meinem Garten bin, genieße ich die Zeit mit mir selbst. Er spiegelt er mir, dass ich solch einen Garten auch in mir trage. Mit einem Gärtner, der weiß jederzeit, was sein Garten braucht. Der seinem Garten gibt, was er braucht und nichts so sehr liebt, wie seinen Garten.

Auch du trägst einen solchen Garten in dir. Ich lade dich ein, deinen inneren Garten mit seinem Gärtner, der Gärtnerin zu besuchen.

Er ist Symbol, für deine weise, innere Stimme, dein unwillkürliches Wissen, das du immer in dir trägst. Ganz selbstständig weiß der Gärtner, die Gärtnerin immer, was du brauchst, was dir guttut.

Du kannst dich legen oder setzen. Deine Augenlider können ausruhen. Sie wissen ganz genau, wann ein guter Moment ist, sich von alleine zu schließen. Von alleine, so wie dein Herz von ganz alleine schlägt und deine Lunge von alleine atmet. 

 

Schreite in deiner Vorstellung über eine Brücke. Hinter der Brücke wartet ein wunderschöner Garten auf dich, voller Pracht und Schönheit. Schau dich um in diesem Garten. Welche Pflanzen wachsen dort. Was siehst du in der Mitte deines Gartens. Was hörst oder spürst du? Vielleicht fühlst du die Nähe des Gärtners auch eher, als du sie siehst. Oder es geht ein Duft von ihm aus. (Vielleicht siehst du aber auch erst mal gar nichts. Ist es dann nicht interessant zu schauen, was vor dem NICHTS oder was nach dem NICHTS kommt?)

 

Wenn du mit diesem Gärtner, in Kontakt gekommen bist, beginne zu erkennen, dass es jetzt eine Pause gibt: für alle Kritik, alle Zweifel oder Unsicherheiten. Die alle ihre Berechtigung, ihren Sinn und ihren Platz in deinem Leben haben. Doch JETZT, genau JETZT, kannst du sie für eine Weile zur Seite stellen.

 

Bleib im Kontakt mit deinem Gärtner. Schau ihm bei seiner Arbeit zu. Er weiß genau, was für seinen Garten gut ist. Er schaut immer ganz selbstständig, dass es seinem Garten und dem Gepflanzten gut geht. Denn der Gärtner liebt nichts so sehr, wie seinen Garten. Er ist immer da und schaut nach dem Rechten, weiß jederzeit, was für seinen Garten gut und wichtig ist. Erinnere dich daran, dass der Gärtner den Garten so pflegt, dass die Pflanzen immer alles haben, was sie zum Leben brauchen.

 

Dein innerer Gärtner ist die weise Instanz in dir, die dazu beiträgt, dass dein innerer Garten immer gepflegt und in Ordnung ist.

 

Wenn du eine Weile zugeschaut hast, verwandle mit eigenen Bildern diese Erfahrung in wohltuende Entspannung und in neue Energie, die du für deinen Alltag brauchst oder Projekte, die du gerade umsetzen willst. Nimm dir dafür alle Zeit, die du brauchst.  

 

Wenn du deine Bilder genügend entwickelt hast, nimm einen tiefen Atemzug voll frischer Luft. Spür die Konturen deines Körpers und komm mit deiner Achtsamkeit wieder in deinem Raum an. Konzentriere deine Achtsamkeit ganz auf das Hier und Jetzt. Wenn du willst recke und strecke dich, gähne, setze dich. Vielleicht magst du dich auch kräftig bewegen oder die Arme ausschütteln.

 

Auch, wenn sich nicht sofort eine Einsicht ergibt. Dann vielleicht Tage später. Du kannst auf deinen inneren Gärtner voll vertrauen. Er meldet sich, wenn es für ihn an der Zeit ist, ganz von alleine.  Das gerade Erlebte, kannst du in der Schatzkammer der Erinnerung bewahren und immer dann hervorholen, wenn dir danach ist.

 

Oktober 

 

Für den Oktober habe ich eine Geschichte für dich.

 

Wie es schmeckt?

Ein alternder Hindumeister war die Klage seines Schülers leid geworden und schickt ihn deshalb eines Morgens, Salz zu holen. Als der Schüler wiederkehrte, wies ihn der Meister an, eine Handvoll Salz in ein Glas Wasser zu tun und es dann auszutrinken. „Wie schmeckt es?“, fragte der Meister den unseligen Schüler. „Bitter“, antwortet dieser und spuckte es aus.

Der Meister lächelte und bat den jungen Mann dann, so eine Handvoll Salz zu nehmen und sie in den See zu werfen. Nachdem der Schüler das Salz in den See gegeben hatte, forderte ihn der alte Mann auf: „Und jetzt trinke aus dem See.“ Während dem jungen Mann das Wasser noch vom Kinn tropfte, fragte ihn der Meister: „Wie schmeckt es?“ „Frisch“, antwortete der Schüler. „Schmeckst du das Salz?“, fragte der Meister. „Nein“, erwiderte der junge Mann.

Daraufhin setzte sich der Meister neben den ernsthaften jungen Mann, nahm seine Hand und sprach: „Der Schmerz des Lebens ist reines Salz – nicht mehr und nicht weniger. Die Menge an Schmerz im Leben bleibt gleich, genau gleich. Doch wie bitter uns das schmeckt, hängt vom Gefäß ab, in den wir den Schmerz füllen. Wenn du also Schmerz erfährst, ist das Einzige, das du tun kannst, deine Wahrnehmung erweitern … Hör auf, das Glas zu sein. Werde zum See.“

~ Mark Nepo ~

September - Die Seerose

 

Mahatma Gandhi sagte zu Lebzeiten: „Sei die Veränderung, die du dir wünschst“.  Das ist es leichter gesagt als getan.

Vielleicht kennst du das? Eine Bemerkung, ein Argument, dass dich aus dem Lot bringt. Dann noch einen Misserfolg, und schwupps ist der Tag „versaut“.

Klar, kenne das ich auch. Manchmal schaue lieber, was die anderen damit zu tun haben, das der Tag „versaut“ ist, als zu schauen, ob ich vielleicht auch etwas damit zu tun habe. Das ist der schnellste, bequemste (allerdings nur auf den ersten Blick), entlastenste Weg.

Bei genauem Hinschauen gebe ich die Verantwortung ab an die anderen, statt meine Situation zu gestalten. Die Lebensereignisse bringen ungünstige, wie glückliche Momente. Ein auf und ab, dass das Leben in Bewegung hält. Das Glück wird nicht vom Postboten an der Haustür abgelegt. Es entsteht aus meinem Handeln, Denken, Fühlen, vor allem bewerten.

Die Seerose ist sehr schönes Beispiel für mich, dass jede Bewertung geändert werden kann. Sie wurzelt im Schlamm, im Dreck. Aus diesem Schlamm wächst eine wundervolle, edle, bezaubernde Blüte hervor. Doch sie wächst niemals ohne die Grundlage ihres Schlamms. Die Seerose kann Symbol sein, dass ich aus dem, das ich als „Schlamm“ bewerte, etwas zauberhaft Schönes hervorbringen kann.

Die Kernfrage ist, will ich meine Verantwortlichkeit für mich selbst, meine Gefühle und Gedanken oder Bewertungen übernehmen? Will ich ein zauberhaftes Leben führen, dann kann ich, wie die Seerose, aus ungünstigen Situationen die schönste Blüte hervorbringen.

Ich kann nicht auf all das handelnd Einfluss nehmen, was in der Welt geschieht. Muss es auch nicht. Dennoch kann ich dafür Verantwortung übernehmen, wie ich innerlich mit dem umgehe, das mir im Außen begegnet. Bin ich gefrustet, wirken die Ereignisse womöglich wie "Schlamm". Bin ich hingegen innerlich rundum glücklich, bringt mich so schnell gar nichts aus dem Lot. J So habe ich es in der Hand, zumindest meine innere Welt zu gestalten.

Das Wort Ver-antwort-ung birgt den Begriff „Antwort“ schon in sich. Vier Schritte braucht es, Verantwortung zu übernehmen: Bewusst wahrnehmen, reflektieren, akzeptieren, und „Antwort“ geben auf die Situation. Entscheiden kann ich mich für „schlammige“ oder „blütenschöne“ Bewertungen. Ich übernehme Verantwortung für mich, statt sie anderen in deren „See“ zu werfen. Und ich kann bewusste Entscheidungen zum Handeln oder nicht Handeln treffen.

Lieber bin ich die „glückliche“ Seerose. Und du? J  

 

 

August-Impuls 2 (am 13. 08.18) - „Feuerwerk“ der Sternschnuppen

Am südlichen, mitternächtlichen Firmament fand letzte Nacht ein wahres „Feuerwerk“ der Sternschnuppen statt.

Vom Himmel hoch und aus allen Himmelsrichtungen tauchten die Perseiden, in die Erdatmosphäre ein und grüßten mit ihrem Licht.

 

Ich zählte mind. 15 Sternschnuppen pro 45 min. in Nachbarschaft des hellstrahlenden Mars, der seit Wochen verheißungsvoll das Dunkel erhellt. Irgendwann hörte ich auf, zu zählen und gab mich ausschließlich der Faszination dieses wertvollen Augenblicks hin. In meiner Kindheit hörte ich, dass mir Wünsche erfüllt würden, wenn Sternschnuppen fallen.

 

Viele Sternschnuppen und –schnüppchen, mit langem und kurzem Schweif, tauchten ein in den Gesang der stillen Nacht. Eine um die andere bewunderte und bestaunte ich. Eine Romantik, die wie Magie wirkt, fasziniert mich noch immer ein klein wenig. Wenngleich mir mein Verstand sagt, dass sie garantiert nicht zuständig für die Erfüllung unserer Wünsche sind, habe ich einen Wunsch ihrem Licht mitgegeben. Allerdings mehr um des staunens und meiner Kindheit willen. Denn so viele Wünsche, wie in dieser Nacht Sternschnuppen fielen, hatte ich gar nicht.

 

Sternschnuppen sind Partikel des Universums oder Gestein, dass zu Feuer und Flamme wird, wenn es sich uns nähert. Wie von alleine kam die Frage auf: "wofür brenne ich?" Und gleich konnte ich die mir wichtigen „Brände“ entdecken.

 

Sternschnuppen sind seit alter Zeit Hoffnungszeichen und auch Märchen ranken sich um sie herum. Vielleicht werden deshalb die vielen Wünsche zum Himmel geschickt. Das Universum scheint wie eine Brücke, die diese Wünsche erfüllt.

 

Doch mir ist viel wichtiger, zu schauen, wo kann ich, wenn ich Feuer und Flamme bin, andere entzünden, die wiederum ihrereseits Andere entflammen. Dass das gelingt, höre ich wieder und wieder von meiner Klientel bei ihren Feedbacks. Das macht mich sehr dankbar.

 

Kann ich mich wirklich selbst als Hoffnungszeichen fühlen? Ja, ich kann es. Ich betrachte jede/n von uns als Hoffnungszeichen, als Sternschnuppe, die vom „Himmel“ kommt. Ob sie sich bewusst darüber sind oder nicht. Es ist unser Geburtsrecht, als dieses Hoffnungslicht zu leuchten. Du, ich und jedes lebende Wesen. Weniger pathetisch ausgedrückt, all das zu tun, damit es dir, mir, allen Wesen und der Natur gut geht. Ein Blick in die Natur verrät, dass sie eher von uns Menschen gestresst, verbraucht und entkräftet wird, weil wir selbst im Stress (Hamsterrad) rennen und nicht mehr sehen, dass was die Schöpfung braucht.

 

Die Yogaphilosophie will eines, fang zuerst bei dir selbst an. Entdecke, wer du wirklich bist. Werde authentisch, ganz du selbst und nicht die Konstrukte, die die Welt aus dir gemacht hat. Nicht die Konstrukte aus Stress und Hamsterrad. Wenn du dir dessen bewusst bist, dann strahle. 

Du bist diese Sternschnuppe, dieses Hoffnungszeichen. 

 

AugustEinladung zur Stille

 

In diesem Monat möchte ich dich zur Stille einladen. Stille ist nicht allein eine Zeit, die der Winter mit sich bringt, weil wir uns dann mehr drinnen aufhalten. Auch im Sommer können wir die Stille genießen. Vielleicht gerade deshalb, weil der Sommer mehr Aktivität mit sich bringt. In der Stille können wir die Energie des Sommers gerade jetzt in der Erntezeit, aufnehmen, in uns wirken lassen. Und mitten da hinein spüren, wer wir selbst sind. Dazu braucht es die Stille.

 

Die Stille saugt dich mit hinein

in ein unwirkliches Panorama.

Es ist nur noch still, still. Sehr still.

~ Miek Pott ~

 

Lass dich mit hineinnehmen und konzentriere dich auf das, was du bis heute geworden bist. Schau auf die „Frucht“, die du selber bist. JETZT in diesem Augenblick. Nicht auf die Früchte der Vergangenheit schauen. Nicht auf die vermeintlichen Früchte der Zukunft. Jetzt bist du schon vollkommen da. Wie ein Samenkorn die vollkommene Information einer Frucht schon inne hat, so bist auch du vollkommen. Zugleich noch im „Wachsen“, im dich entwickeln, mit all deinen Fähigkeiten.

Zugegen, das ist paradox. Eine Frucht kann jedoch nicht werden, wenn das Samenkorn nicht zugleich alle Information in sich trägt, die es zu vollen Frucht reifen lässt. Mit uns Menschen ist es ebenso, nur, dass wir uns ein Leben lang entwickeln.

Denken wir an Vollkommenheit, meinen wir meist, dass etwas fertig ist. Vollkommenheit schließt das Werden, Wachsen und Reifen allerdings nicht aus. Sie ist hingegen die Basis, von der aus die Entwicklung startet und sich vollenden wird. Dich als Vollkommenheit zu sehen birgt die Kraft in sich, die dir zu deiner Entwicklung dient, weil alles schon da ist, was dich als Frucht deines Lebens ausmacht.

Komm mit in die Stille, auch, wenn sie manchmal wie ein unwirkliches Panorama wirkt, weil wir zuvielen Reizen ausgesetzt sind. Lass dich von der Sommerenergie verführen, dich als vollkommen zu sehen. Und entdecke, was dann geschieht. 

 

 

Juli - Stein-Meditation

 

Womöglich geht es dir wie mir. Manchmal „stolpere“ ich bei einer Wanderung über einen  Stein und ich betrachte ihn eine Weile. Dabei vergesse ich meinen Alltag und bin vollkommen im Augenblick.

Hast du vielleicht Lust, draußen einmal eine Stein-Meditation zu halten? Dann habe ich hier für dich Impulse.  

 

 

Seit Urzeiten gibt es Steine. Fest und schwer, rund und eckig. Steine haben viele Seiten und Farben. In alter Zeit waren sie unzähligen Menschen Werkzeug und auch Waffe. Ja, sogar heute noch können sie Waffe sein. Manche Steine sind hingegen edel und wertvoll.

Landschaften wurden in der Evolution zu Stein-Wüsten und in anderen Gegenden findest du zu Stein gewordene Zeichen aus Tieren und Pflanzen, die Ammoniten. Du kannst mit Steinen Häuser, Brücken, Treppen oder Tempel bauen. Andere Steine finden Verwendung bei entspannenden Massagen.

 

Steine können Zeichen und Symbol für dich sein. Achte, wenn du magst, bei deinem Spaziergang oder einer Wanderung darauf, ob du auf Steine triffst, die dich ansprechen.  Du kannst den Stein mit allen Sinnen wahrnehmen. 

 

Nimm den Stein durchaus in die Hand, wenn es ein Kleiner ist. Wenn es ein Großer ist, lade dich selbst ein, dich vor ihn zu setzen und ihn zu betrachten.

  • Wie sieht seine Oberfläche aus?
  • Welche Farben hat er?
  • Siehst du Bruchstellen, Rundungen und oder Kanten?
  • Kannst du spüren, dass in diesem Stein Leben ist? Obwohl er hart ist, ist er ein Teil des Lebens und das Leben selbst!

Nimm, wenn du magst deinen Stein an dein Ohr.

  • Hörst du den Stein? (Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.)
  • Welches Geräusch geht von dem Stein aus? 
  • Ändert sich in dir etwas, wenn du deinen Stein ans Ohr hältst?
  • Magst den Stein eventuell an deine Stirn oder eine andere Stelle deines Körpers halten?

 

Nimm deinen Stein wieder in die Hand.

  • Welches Gewicht hat er?
  • Spüre mit geschlossenen Augen den Stein.
  • Wie fühlt sich seine Oberfläche an?
  • Ist er rau, rund, glatt?
  • Erkennst du Bruchstellen, Rundungen und Kanten?
  • Welchen Geruch strömt dein Stein aus?
  • Ist der Geruch erdig oder eher frisch?
  • Riecht er stark oder sanft?
  • Spürst du den Geschmack des Steins sogar auf der Zunge?

 

Begib dich nun auf eine kleine Zeitreise mit deinem Stein.

  • Was glaubst du, wo kommt der Stein her?
  • Wie alt wird er wohl sein?
  • Was wird er in seiner Zeit alles erlebt haben?
  • Wer hatte diesen Stein wohl schon einmal in der Hand?
  • Kann er dir seine Geschichte erzählen?

 

Schau dir auch seine mögliche Zukunft an!

  • Was wird mit diesem Stein zukünftig geschehen?
  • Welche Ereignisse werden auf ihn treffen?

 

Kann der Stein dir eventuell ein Spiegel für dein Leben oder deine Persönlichkeit sein?

Was erlebst du in deinem Leben, dass dieser Stein dir symbolisiert?  

  • Deine Stärke und Stabilität?
  • Gab es harte Zeiten oder sanfte, wie die glatte Oberfläche?
  • Gab es Ecksteine, die an denen du dich in deinem Leben ausrichten konntest?
  • Warst du selbst einer dieser Ecksteine.
  • Gab es Steine, die dir einen Weg ebneten?  
  • Waren dir manche Steine, die des Anstoßes oder lebendige Steine?
  • Manche Steine werden als Glückssteine getragen. Welche waren deine Glückssteine? Wem bist du Glücksstein?

 

Welche Assoziationen hast du noch zu deinem Stein?

Kann er dir eine Geschichte erzählen, wie deine Zukunft aussehen mag?

Wie kannst du dir selbst der tragende Stein deines Lebens sein?

Wird dieser Stein symbolisch zu deinem Glücks- oder Erinnerungsstein? Magst du ihn gar mit nach Hause nehmen? 

Viel Freude beim Erkunden wünsche ich dir!

 

Juni - Voll hinter dir stehen

Ein wenig spielen im Fotoprogramm ergab das Thema des Monats Juni – voll hinter dir stehen J.

 

Kennst du das? Du triffst eine Entscheidung und dann kommt es: Das schlechte Gewissen oder die Stimmen, die sagen kannste doch nicht, geht doch nicht … und so weiter. Das sind meist die Stimmen, die wir von Kindheit an übernommen haben und die gar nichts mit unserer eigenen Haltung zu tun haben.

Wie oft treffen wir nicht die eigene Entscheidung, sondern die der anderen. Oder entscheiden uns gar nicht. Das „Gewebe“ dahinter ist häufig eine Angst, nicht anerkannt zu sein. Und wenn wir aus Furcht keine Entscheidungen treffen, fühlen wir uns gar schwach, ausghölt, gelähmt oder leer. Wir verbieten uns das Mitspracherecht für unser eigenes Leben, werden zu dem, was wir mit uns geschehen lassen. Häufig geben wir dann die Schuld für unsere Konflikte anderen Menschen oder Situationen, statt die Verantwortung für unsere Entscheidung zu übernehmen.

Wenn wir hingegen voll hinter uns stehen, wirkt das Leben kraftvoll und geglückt. Dies setzt im neuronalen System das Glücksgefühl frei, das wir unser Leben selbst in Form bringen. Dass wir eine starke Persönlichkeit sind. Davon wollen wir doch gerne mehr oderJ

Wenn wir voll hinter uns stehen, sind wir nicht mehr Opfer einer Situation, sondern ein/e Gestalter/in. Wir leben von innen, aus dem Herzen heraus, in die Welt hinein. Denn in uns ist die Instanz verankert, die wir wirklich sind. 

Wer "ich" bin, ordnet sich durch kraftvolle Entscheidungen, die ich treffe, wenn ich, voll hinter mir stehe. Denn meine Handlungen gehen aus meiner inneren kraftvollen Intanz hervor.

Wir kommen „ohne Gesicht“ zur Welt und sind selbst dafür verantwortlich, die Konturen unseres "Gesichtes" selbst zu prägen. Entscheidungen, die wir treffen oder auch nicht, formen uns.

Darüber hinaus formen wir uns im WIE der Entscheidungnen. Wir können sie liebevoll treffen, sind dann in unserer Kraft oder auch aggressiv, und handeln aus der Schwäche heraus. Dann jedoch stehen Ärger oder eine Wut wie eine Wand vor uns selbst. Die Kraft einer Entscheidung wird dann verborgen oder geht womöglich verloren.

Darum lebe deine Freundschaft zu dir selbst, in dem du liebevoll hinter dir und deinen Entscheidungen stehst, selbst dann noch, wenn sie einmal „falsch“ zu sein scheinen.

Mai - Denke „groß“ von Dir – Die Geschichte vom kleinen Korb

 

Ein alter Mann schleppte regelmäßig jeden Morgen zwei Körbe zur Wasserstelle, um das Wasser für den Tag zu holen. Er lief dazu einige Kilometer und trug einen großen Korb über seiner linken Schulter, der intakt war. Und er hatte auf seiner rechten Schulter einen kleinen Korb, der ein kleines Loch hatte. Und so kam es, dass dieser Korb immer nur halb voll im Haus des Mannes ankam.

Dies betrübte den kleinen Korb sehr. Wollte er doch auch dazu beitragen, dass genügend Wasser im Haus sei. Eines Tages klagte er dem großen Korb sein Leid, weil er es als unrecht sah, dass er nicht die volle Leistung erbringen konnte.

Der große Korb hörte aufmerksam und mitfühlend zu. Doch er hatte auch nicht wirklich eine Lösung für das Problem des kleinen Korbes. Und so nahm der Mann am nächsten Morgen wieder seine beiden Körbe auf seine Schultern, und trug sie zur Wasserstelle. Wieder füllte er beide auf und trug sie nach Hause. Der große Korb behielt sein Wasser natürlich. Und er sah, dass der kleine Korb immerzu Wasser aus seiner undichten Stelle verlor und die Erde benetzte.

Da wurde der große Korb sehr nachdenklich und fragte den kleinen Korb: „Du kleiner Korb, was siehst du auf der Seite des Weges links von mir“. Schon frustriert und traurig antwortete der kleine Korb etwas mürrisch: „Was soll da schon sein – Steine, Sand und sonst – nichts.“

„Und“, fragte der große Korb weiter, „was siehst Du auf der rechten Seite des Weges“. Der kleine Korb schaute sich um. Erstaunt erwiderte er: „Büschel von Gras, wunderschöne bunte Blumen, Schmetterlinge, Bienen -“, zählte er auf und hielt mit seiner Aufzählung inne. Denn ihm wurde bewusst, dass er mit seinem Wasser die Erde benetzte und an dieser Stelle die Pflanzen wunderschön wuchsen und den Tieren Nahrung gaben.

~ Verfasser unbekannt ~  

April – Liebe schenkt Freiheit
Liebe in Freiheit – auch das ist herzenswarme Freundschaft zu dir und zu anderen. Wie das gelingen kann? Erwartungen sind meist Stolpersteine auf dem Weg einer Freund-, oder Partnerschaft.
Suchen wir d e n perfekten Menschen für unser Leben, geschieht, in der Regel völlig un-bewusst, dass wir den oder das hinzufinden wollen, was uns an Veranlagungen in uns selbst zu fehlen scheint. Wir möchten in einer Beziehung genau die Anteile hinzufügen, die unserem Inneren fehlen, um uns selbst ganzheitlicher zu erleben. Die Sehnsucht nach gemeinsamer Entfaltung klingt in uns. Womöglich wiegen wir uns nur gemeinsam in Sicher-heit. 
Übersehen wir etwa, dass es d i e 100%ige(n) perfekte(n) Partner oder auch Kollegen, Familie, Freundinnen überhaupt nicht gibt? Jede und Jeder trägt eine reiche Vielfalt eines so-seins in sich oder will sie als Kind entfalten. Im eingeengten Raum, kann diese Vielfalt nicht leben. 
Und ich verrate dir was - die Erwartungen an andere Menschen, sind von ihnen ohnehin bei weitem nicht zu erfüllen.  Die Erfüllung ist immer nur ein Stückwerk, auf Zeit ange-legt. Dann tauchen neue Erwartungen an das Gegenüber auf, die wiederum erfüllt werden wollen. Eine sich weiter nach oben bewegende Spirale.
Die Idee von Sicherheit im Gegenüber ist eine „Scheinsicherheit“. Vollkommende Sicherheit gibt es nicht. Das Leben in seinem Reichtum an Beziehungen ist immer ein Abenteuer. Eine Reise ins Unbekannte, wie das ganze Leben. Jeder neue Morgen ist ein Gang ins Unbe-kannte. Was ganz sicher ist – das Leben ist Bewegung und ohne diese kein Wachstum. 
Letztlich geht’s es um die Frage, in wie viel Wertschätzung mein Gegenüber anders sein darf, als ich es erwarte. Denn das Anders-Sein möchte einen Lebensraum haben. Liebe ist kein Vorrecht, andere zu besitzen. Erwartungen an andere sind wie besitzen wollen. Doch - niemand wird dir gehören und niemandem gehörst du. Du kannst Wünsche äußern, in der Freiheit, dass dein Gegenüber sie nicht erfüllen ‚m u s s‘.
In der Freundschaft mit dir selbst, kannst du auf die „Reise“ gehen zu deinem tiefen Inneren. Du kannst finden, wessen du so lebenswichtig bedarfst und dir selbst das sein, was du suchst. Du kannst finden, wer du wirklich bist. Du kannst dir selbst erfüllen, was du dir sehnlichst wünschst.
In deinem Herzen - ist deine allerwichtigste Botschaft. Wie ein Juwel liegt sie in dir. Nur du kennst den Schlüssel, der zur Tür der Schatzkammer deines Herzens passt. Du darfst die Tür für andere verschlossen halten oder sie hereinbitten in einen gemeinsamen Raum. Dann, wenn du es willst und nicht, weil du es jemandem „schuldest“ oder andere dir. 

Du hast den Schlüssel in der Hand, die Tür deiner Schatzkammer zu öffnen

– in Freiheit - in Liebe. 

 

März 

Die Liebe

Durch einen Impuls eines Kollegen sinnierte ich ein wenig über die Liebe. Liebe ist ein viel gebrauchtes, großes, manchmal auch geplagtes Wort. „Ich liebe dich“, „ich mag dich“, ist leichthin gesagt, wenn Beziehungen, Kinder, Freunde, Kollegen so „ticken“, wie „ich“ mir das vorstelle. Liebe wird in den verschiedenen Lebenssituationen in einer je anderen Dichte gelebt. Freundinnen und Kollegen empfinden Sympathie füreinander, Paare, Eltern und Kinder kommen sich noch näher.

Gelebte Liebe drückt sich oft viel weniger in Worten aus, als viel mehr in Gesten von Verständnis, Nachsicht, Rücksicht, Mitgefühl, Güte, Freundlichkeit, Höflichkeit Anteilnahme, Respekt, Duldsamkeit, Taktgefühl, Vertrauen und ganz stark darin, dass wir andere Menschen so annehmen, wie sie sind.

Dass Liebe gelebt wird, geht „nur“ mit unserem Zutun. Denn durch den von Stress belasteten Alltag können unsere Haltungen zum Gegenüber rasch „kippen“. Dann nervt genau das, was wir einst bezaubernd fanden. Meist ein Zeichen, dass sich im Hintergrund eine andere Stimmung breitmacht. Und schon springen unbewusste automatische Verhaltens-Muster einfach an, die Streit oder eine (manchmal stillschweigende) Entfernung im Miteinander bewirken können.

Der griechische Philospoph Epiktet (1 Jh.) sagte damals treffend: Nicht die Dinge oder Ereignisse an sich beunruhigen uns, sondern die Einstellungen und Meinungen, die wir zu den Dingen haben.“  

Damit will er sagen, dass hauptsächlich die Bewertungsmuster zu inneren und äußeren Konflikten führen. Wir haben in der Kindheit und in der Gesellschaft erfahren, wie gelebt wird, wie die Freunde, der Partner, die Partnerin zu sein haben, welche Rolle er oder sie zu füllen hat und wie das zu geschehen hat. Meist entstand ein Verhaltensmuster aufgrund der Bewertungen, die wir uns von den Eltern, die unser Vorbild waren abgeschaut haben. Ganz unbewusst, wurden diese Muster zur persönlichen Wahrheit. Doch jedes Familiesystem hat so seine eigenen Wahrheiten. J Und diese kollidieren ab und an mit denen eines anderen Systems.

Gerade dann, wenn sich Konflikte zeigen, ist das die Hingucker-Chance zu überprüfen, ob die eigenen Meinungen oder Wahrheiten, tatsächlich stimmen. Es gibt da einen großen Reichtum an Möglichkeiten, das Miteinander zu gestalten, denn keine dieser übernommenen Wahrheiten sind in Stein gemeißelt.

Es braucht in der Regel gar nicht viel, um sie aufzuspüren. Nur Achtsamkeit und hinschauen. Dann kann eine Neucodierung der eigenen Bewertungsmuster, die im Weg stehen, vorgenommen werden. Die Beziehungen werden oder bleiben frisch, freudig und glücklich.

Meist hilft es, neutral zu bleiben und es entsteht Raum für neue freundliche Meinungen, für das, was „mein“ Gegenüber wirklich bewegt. Auch ohne Wut im Bauch, kann ich verändern, was nicht in Ordnung ist.

Erich Fried verfasste hierzu das einfach und leicht anmutende Gedicht:

Was es ist
Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.

Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist so „einfach“, sagt die Liebe. Denn die Liebe bewertet nicht. Sie ist einfach da. Die scheinbar in Stein gemeißelten Ansichten weichen auf, und Neues „wächst“. In der Liebe zu sich selbst und zu anderen.

Denn – es ist, was es ist nur nicht immer das, was „ich“ voraussetze oder vermute J.

 

Februar


Wenn du den Impuls des Monats Januar gelesen hast, fragst du dich vielleicht: „Wie soll denn das gehen, herzenswarme Freundschaft mit mir selbst?“ Nun, es ist im Grunde ganz leicht. Du kennst es, dass wir mit anderen Menschen häufig recht liebenswert umgehen. Und Freundschaft mit dir selbst gelingt leicht, wenn du dir einfach mal was Gutes gönnst. Einen Blumenstrauß, einen Saunabesuch, der zufrieden und froh macht.

Freundschaft mit dir selbst fällt jedoch meist dann schwer, wenn Situationen entstehen, in denen das Leben nicht so funktioniert. Wenn wir über uns selbst stolpern, verwirrt über uns sind, Trost bräuchten und so weiter. Dann fällt es oft sehr leicht, uns selbst abzuwerten. 

         Warum habe ich … dies nicht geschafft, … sind die anderen immer besser, als ich, … wieso kriege grade ich das nicht hin und viele Argumente mehr, die uns selbst abwerten, statt uns so zu akzeptieren, wie wir sind. Vielmehr verlangen wir Mitgefühl, Wertschätzung, Nachsicht von Menschen unseres Umfeldes. Häufig bekommen wir dies dann jedoch nicht. Auch im Umfeld geht es zu oft ums reine Funktionieren.

Wertschätzen dich andere und du selbst DICH nicht, führt es unweigerlich dazu, dass deine innere Stimmung geradewegs wie ein Thermometer in eisigen Zonen sinkt. Zu all dem, das nicht gelungen ist, kommt nun noch die Abwertung deiner selbst. Und macht die Lage nur noch bedrückter.

Freundschaft mit dir selbst agiert allerdings genau gegenteilig. Sie ist Selbstwertschätzung, Nachsicht, ein tröstender mitfühlender Gedanke – in jeder Situation.

„Wo kommen diese Abwertungen denn eigenltich her?“, magst du womöglich fragen? Meist kommen sie aus automatischen Reaktionen, die wir schon seit der Kindheit gelernt haben. Wir glauben von uns, was und wie wir sind. Daher werden sie Glaubenssätze. Sie entstehen und entstanden, weil wir häufig glauben gemacht wurden, dass wir

  • nicht o.k. sind, wenn wir Fehler machen,
  • dass wir nur bei Leistung geliebt werden,
  • dass weder wir, noch andere o.k. sind, wie sie sind 

    und viele andere Glaubenssätze mehr.  

Wenn du dich umschaust, dann hörst und siehst du viele solcher Verhaltensweisen. Sie reichen bis in die Werbung hinein. Zum Glück sind solche Gläubenssätze jedoch nicht in Stein gemeißelt. Von woher wir uns auch immer diese Glaubenssätze angeeignet haben, als Baby hatten wir sie nicht! Wir wurden mit dem Gefühl unseres unvergleichlichen Wertes geboren und haben uns diese abwertenden Glaubenssätze antrainiert, bzw. haben wir sie in unserer Umwelt gelernt. Sicher nicht absichtlich. Wer mag sich und andere in Wirklichkeit schon abwerten. Alle sehen sich danach, glücklich zu sein. Es geschieht meist nur aus Unbewusstheit, wie ein Film, der wieder und wieder abgespult wird. Die Welt ist voll davon. Doch das kann ein/e jede/r für sich ändern. Du kannst den Automatik-Film anhalten und das Drehbuch deines Lebens neu schreiben. Du bist der Regiesseur deines Lebens selbst.

Du kannst dir immer wieder das Gegenteil von dem sagen, wenn du dich klein machst und wenig freundschaftlich mit dir selbst bist. Hier nur einige Beispiele:

  • Ich fühle mich nicht liebenswert – ich akzeptiere mich wie ich bin und meine Vergangenheit, wie sie war.
  • Ich fühle nicht gut genug – ich bin wert und baue mein Potenzial aus.
  • Ich mache ja eh alles falsch – ich übe achtsam und bin präzise.
  • Ich möchte alles perfekt machen – ich gebe mich hin, nehme an, was ich schon kann. Darauf baue ich auf und lerne Neues.
  • Ich darf Fehler machen, sie bringen mich weiter auf dem Lernweg!
  • Einen alten Baum verpflanzt man nicht – ich habe ein Leben lang das Potenzial, mich zu verändern. 
  • Andere sind nichts wert – jedes Wesen hat seine unvergleichliche Würde.
  • „Ich bin wert, alleine deshalb, weil ich lebe. Wert ist mein Geburtsrecht!“

    Du kannst deine neuen Leitsätze, wie immer sie auch sein mögen, in eine Atemmeditation einbinden.

    Beobachte deinen Atem. Heiße ihn willkommen wie einen Freund, eine Freundin. Lass ihn vollständig gehen und beobachte, wie er freiwillig, vollständig und gerne zu dir zurück kommt. Fühle seine Zartheit und seine Kraft. Lass dich durchströmen und erfrischen. Gib deinem Atem das mit, was du nicht mehr benötigst. Und dann atme ein, was in dir Wirklichkeit werden will. Atme es in jede Zelle deines Körpers, bis du es am ganzen Leib spürst, dass du wert bist. Dies wirkt in einem/r jedem/r von uns, als würden wir uns selbst in den Arm nehmen. Es macht um ein vielfaches glücklicher und zufriedener. Mag sein, dass es sich so anfühlt, wie das Erblühen der Blumen, von denen die ersten sich schon zeigen – voller Lebensenergie. Denn im Grunde bist du diese Lebendigkeit selbst.
     
    Freundschaft mit dir selbst ist die Entdeckungsreise zu deinem inneren Wert. Zu der Person, die wirklich bist. Statt dem zu „glauben“, was die Glaubenssätze dir „zuflüstern“.  

Du hast immer eine Wahl, die Person zu sein, die du wirklich bist.

Du hast die Wahl, dir zu sagen: „Ich bin ein Geschenk und perfekt, so, wie ich bin. 
         Es ist schön, dass es mich gibt. In mir schlummert so viel Größeres, als ich von mir

glaube. Und dahin entwickle ich mich. Es ist gut, dass ich hier bin.“ 

Viel Spaß bei deiner Entdeckungsreise der Freundschaft zu dir selbst.

 

 

Januar 2018

Jetzt sind wir inmitten des Winters, doch die Tage werden wieder länger, das Licht nimmt zu. Oft höre ich, „die Tage verlaufen im Januar echt nur zäh“. Woran mag das liegen, dass sich die Zeit langsamer anfühlt? Weil wir uns schon nach dem Frühjahr mit seiner Wärme und Helligkeit sehnen und es kaum abwarten können? Weil das Winterprogramm – nach Weihnachten - getrost beendet werden kann? Was brauchen wir da noch den Winter?

Womöglich liegt es daran, dass die sich Zeitqualität verändert hat. Die vielen Aktivitäten, die sich vor den Festtagen anhäuften, haben nun ein Ende. Es scheint mehr Zeit da zu sein, die gefüllt, vielleicht auch gefühlt werden will.

Was machen wir nun damit? Aushalten? Durchhalten? „Flüchten“ in die Aktivität des Alltags, weil wir die dunkle Zeit nicht mögen?

Gerade jetzt innehalten, kann sich so anfühlen, als mache sich Einsamkeit breit. Einsamkeit, die zugleich die Stille in sich birgt. Die Natur ruht nun, schließt grade eine Art Freundschaft mit dieser Stille. Und schöpft Kraft daraus, die im Frühjahr manchmal regelrecht in Blütenreichtum explodiert.

Hat uns die Natur vielleicht etwas mitzuteilen? Kann ich, kannst du, ankommen in der stillen Langsamkeit, die eine Qualität des Winters ist? Zu keiner Jahreszeit sonst ist dies möglich. Auch im Dunkel können wir ankommen. Und uns erinnern, dass wir aus dem Dunkel des Mutterleibs kommen, der als dunkle Höhle der Geborgenheit diente. Ein Platz an wir mit der ganzen Faser des Daseins erfuhren, aufs Sicherste verbunden zu sein. Aus dieser Erfahrung leben wir tagtäglich, ohne bewusst daran zu denken. In dieser Zeit waren wir mit der ganzen, auf unser eigenes Leben bezogenen Intimität verbunden. Wer weiß, fühlte es sich sogar an, wie Freundschaft zu uns selbst. Dunkelheit und Stille des Winters können uns daran erinnern.

Jill A. Moebius schreibt: "Ohne innere Stille kannst du den Klang der Welt nicht vernehmen. Und ohne Stille kannst du auch nicht hören, was dein Herz dir sagen will. Deshalb ist Stille sehr wertvoll. Stille ist der Schlüssel, der das Tor zu jener anderen Welt zu öffnen vermag." Der Welt in uns selbst.

So können wir, Freundschaft mit der Stille schließen. In der Stille auch mit uns selbst. Und im tiefen inneren Raum das Unbekannte finden, das nach Widerhall sucht. Denn „das Unsichtbare hungert danach, sichtbar zu werden.“ John O’ Donohue. Dort im Unbekannten liegt die Intimität der Freundschaft mit uns selbst schon geborgen.

Vielleicht kann 2018 die Intimität zu unserem eigenen Leben, die Freundschaft zu uns selbst (neu) aufscheinen, wie die Morgenröte nach einer dunklen Nacht.

Für das kommende Jahr wünsche ich dir (und mir) eine wunderschöne Feier der herzenswarmen Freundschaft mit dir selbst.

Mittelpunkt Mensch am „Kraftort Eifel“ ©

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für Lebensfreude -

Simmerath/Eifel

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