Mittelpunkt Mensch am Kraftort Eifel - Zentrum für Lebensfreude -
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Juli – Sanfte Geschichten

 

Die Welt in der wir leben, die öffentlichrechtlichen und sozialen Medien zeigen häufig, dass diese Welt voller harter, aber leider auch wahrer „Geschichten“ ist.

 

Ein Journalist, (Teilnehmer meiner Semiare) sagte einmal zu mir: „Eine schlechte Nachricht, ist für einen Journalisten eine gute Nachricht“. Das spricht für sich.

 

Dementsprechend sind die Berichterstattungen vorrangig erst einmal schlechte Nachrichten. Gute Nachrichten sind scheinbar Mangelware. Dennoch brauchen wir die anderen Geschichten, die Zuversicht verbreiten.

Hierzu im Juli-Impuls einen kurzen Text von Ulrich Schaffer:

 

Sanfte Geschichten  

Wir müssen weiter

sanfte Geschichten erzählen,

auch, wenn die Welt härter wird

und die nächste Generation

eine schärfere Wirklichkeit fordert.

Die Klarheit wird uns nicht retten,

und nicht das Wissen vom Unheitl

oder der Statistik der Morde.

Unter allem, was wir gelernt haben,

tragen wir eine große Sehnsucht nach einem Ort

wo wir spielen können, wie früher –

wir haben ihn verloren

und sind aufgewachsen

in wilden beängstigenden Zeiten.

Wir sind zu zerbrechlich für die Welt,

die wir geschaffen haben.

~ Ulrich Schaffer ~

 

Die sanften Geschichten, wollen getan werden, damit Menschen davon erzählen können. 

Lieber heute, als morgen. 

 

 

 

Juni - Alles selbstverständlich oder was…?

 

Wie oft wird das Wort gebraucht, was ist gemeint, wird gesagt: „selbstverständlich gerne“.

Es ist damit gemeint: dauernd, gewiss, immer, allemal, sicher, freilich, selbstredend, sowieso. Und meist ist auch, dass alles Mögliche, was zu haben ist, selbstverständlich ist. Arbeit, Gesundheit zu haben, das Leben so zu leben, wie es grade ist, Geld zu haben, Haus überm Kopf und Freiheit zu haben, die Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Kleidung, Beziehungen haben, Freundlichkeit, Miteinander) zu stillen. Darüber hinaus sich noch den Luxus von Kinobesuchen, Tanzveranstaltungen, Urlauben und vieles mehr zu leisten. 

Die letzten Wochen zeigten, dass aufgezählte Selbstverständlichkeiten eben nicht selbstverständlich sind. Dass ich nicht arbeiten durfte, war eine Herausforderung, die in den ersten Wochen eher Luxus war. Eine Auszeit in Form von vorgezogenem Heimat-Urlaub an Orten, an denen niemand gefährdet ist (Wald und Natur gingen immer und stärken erwiesenermaßen das Immunsystem). Nach einer Weile verschlissen sich die Urlaubswochen, das Warten auf Öffnung der verordneten Maßnahmen begann, denn im Allgemeinen ist es so, dass jeder Mensch (auch ich) mit seiner Arbeit zum gesellschaftlichen Leben und dem persönlichen Lebensunterhalt beitragen ebenso möchte, wie sich Luxus zu gönnen. Ich brauche hier die s. g. Work-Life-Balance. Die Ausgewogenheit von Auszeiten und Arbeitszeiten. Und vieles von dem oben Aufgezählten war und ist (noch) nicht oder in gewohntem Maß möglich.

Viele hörte ich, die sich in ihrer Auszeit überlegten, was sie künftig abschaffen an Terminen, Konsum etc., um sich ein freieres Leben und mehr Zeit mit ihren Liebsten zu gönnen. Vor allem mehr Qualität im Miteinander. Auch in dieser Hinsicht wurde sichtbar, dass die Qualität im Miteinander noch zu wünschen übriglässt. Manche wurden beschimpft, weil sie keinen Mundschutz tragen wollen, andere weil sie es zu genau nehmen mit den Sicherheitsvorschriften. Dahinter steht auf beiden Seiten vermutlich die Angst. Angst vor Erkrankung, vor gefälschten Zahlen der Infektionsfälle, Angst vor Freiheitsentzug, weil nicht jeder in Eigenverantwortung entscheiden konnte, sondern per staatlichem Dekret dazu gezwungen ist.

Schon lange verzichte ich gerne in regelmäßigem Maß auf Konsum und auf jenes, was vielen selbstverständlich erscheint. Es macht mir zunehmend Spaß, die Freiheit zu spüren, die mir dies gibt. Also, merke ich, dass mir gar nicht so viel fehlt, wie ich zu Beginn vermutete. Schließlich waren meine Grundbedürfnisse immer noch im Übermaß gedeckt. Nun weiß ich auch, dass jede/r dies anders sieht, weil es anders erlebt wird, da auch die nicht mal Deckung der Grundbedürfnisse selbstverständlich ist. Vor allem nicht in den Ländern, in denen die Ärmsten der Armen leben. Darum an dieser Stelle Frage-Impulse, zu dem ich dich einladen möchte:

„Was ist selbstverständlich in deinem Leben? Was wird wirklich gebraucht? Wie viel Freiheit kann ein Loslassen all der Selbstverständlichkeiten schenken und damit sogar ein Mehr an Lebensqualität.“  

Für meine Teile war ich äußerst dankbar, dass ich meine Arbeit wieder leben durfte, zumal ich meinen Traumjob habe. Dankbar bin ich für die Erfahrung, dass lange nicht alles selbstverständlich ist, was ich als normal erlebe. (Womöglich ist die sogenannte Normalität ja auch ein Problem, denn vieles in der Welt wird dadurch zerstört.) Dankbarkeit ist eine meiner Kraftquellen, wenn mal nichts normal läuft, wie ein Licht, das aktiviert und Freude schenkt. 

         Sehr dankbar bin ich für die Lebens-Geschenke, die mir diese letzten Wochen brachten, die ich nie erhalten hätte, wären die Wochen nicht genau so, wie sie es jetzt sind. Denn nichts, aber auch wirklich gar nichts ist – selbstverständlich. 

 

 

 

 

 

Mai - Warten

 

Der Begriff ‚Warten‘ hat in den letzten Wochen eine neue Dimension bekommen.

Das Synonyme-Wörterbuch des Wordprogramms definiert

‚warten‘ so:

  • Abwarten
  • Verschieben
  • Anstehen
  • Hinhalten
  • Verlängern
  • Erstrecken
  • Dauern
  • Zögern

 

 

Sicher finden sich noch mehr Synonyme: auf die Uhr schauen. warten in Freude, Ungeduld, Schmerz und Trauer. Wie kann ich meine Wartezeit sinnvoll füllen. Wie treffend sind die Begriffe geworden in Zeiten mit Covid-19.

 

Also, das Warten hat zurzeit eine völlig neue Qualität bekommen. Anders als Warten auf einen Bus oder im Stau, was manche recht ungeduldig auf die Uhr schauen lässt, hat die Warteschleife, in der sich viele Menschen jetzt befinden, tiefschürfende Konsequenzen auf ihr berufliches, wie privates Leben. Viele Selbständige, Reisebrachen usw. warten zurzeit inständig darauf, dass der Lockdown gelockert wird. Meiner Klientel und mir hat Warten, nach mancher Entscheidung der Regierungen, die Dimension schmerzlicher Enttäuschung gebracht, da ich meinen Beruf liebe und weiß, wie sehr gerade jetzt Yoga und Entspannung gebraucht werden, um das Stress- und Angstlevel zu senken.

  

Großeltern, Eltern und Kinder sehnsüchtig warten auf die Öffnung der Kitas und Schulen oder darauf, dass sie sich wieder in die Arme nehmen können. Währenddessen werden in den sozialen Medien Kritiken in die eine, wie die andere Richtung laut. Manche freuen sich über die Vorsicht der Regierung. Andere wiederum kritisieren scharf die Verlängerungen der Beschlüsse, fühlen sich hingehalten ob der Dauer, bis die Lockerungen umgesetzt werden.

 

Für viele sind manche Beschlüsse nicht (mehr) nachvollziehbar, da so unterschiedlich, wie kreativ gehandhabt. Wer mehr dazu hören will und zu einer erweiterten Meinung, kann hier eine sehr gute Darstellung von Annette Sorg zur aktuellen Lage finden. https://www.nachdenkseiten.de/?p=60586

 

R. Niehbur betet: "Gib mir die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

 

Meine Zeit verbringe ich mit privater, dringend nachzuholender, Fortbildung, Arbeit in Haus und Garten. Mit der Entwicklung von Mut zu einem offenen Brief an die Regierenden, ja, und auch mit Freizeit. Ich schaue in der von außen erzwungenen Situation auf mich, reflektiere und wende vor allem meine Methoden an, die ich mit Teilnehmenden meiner Kurse und Seminare teile. So gleiche ich die Achterbahnfahrt von Emotionen auf ein stressreduzierendes Level zu möglichst viel innerer Gelassenheit. Denn diese Zeit wurde inzwischen alles andere als Urlaub für mich. Längst schon habe ich gelernt, dass aus einem Müssen-Modus ein Wollen-Modus werden kann. Das braucht, auch für mich, dauerhafte Übung einer Änderung der inneren Einstellung.

 

Warten wird zur Hoffnung und Zuversicht auf Veränderung. Viele haben in ihrer Warteschleife erkannt, dass ihre bisherige vermeintliche Normalität sie eher krankmachte. Sie wollen persönlich, wie gesellschaftlich Veränderung bewirken wollen.

 

Wohin willst Du Hoffnung und Zuversicht lenken, in dieser absonderlichen Zeit?  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

April - Meditation zur Vertrauensstärkung (20 min.) - gut mit Musik oder Klangschalen zu unterlegen.

 

In der aktuellen Situation ziehe ich den Impuls von April vor und lade dich zu einer Vertrauensmeditation ein. (Die allerdings nicht nur in Zeiten wie dieser gebraucht wird.)

‚Corona‘ bedeutet übrigens ‚Krönung‘. Die jetzige Zeit setzt vielem Schwierigen die Krone auf, das wir bisher erlebten. Umso wichtiger ist es, ruhig und in der eigenen Mitte zu bleiben, um sich nicht von der Angstwelle (Foto Sonnenuntergang am Meer) davonspülen zu lassen.

      Als Psychologische Beraterin schaue ich mir, nicht alleine die Nachrichten, des aktuellen Zeitgeschehens besonders kritisch an. Schon immer, und besonders in dieser Zeit, ist die Wortwahl und viele Inhalte vieler Tagesnachrichten oder diesbezüglicher Sonderberichte extrem angstmachend.  Diese Art der Berichte kritisiere ich scharf. Natürlich nicht die ruhige, unaufgeregte und gute Aufklärung!: 

 

Dr. med. Ingfried Hobert:

https://ethnomed.de/der-coronavirus-mit-diesen-10-geboten-werden-sie-die-krise-uberstehen/ 

       

      Es ist mehr als wichtig, diese Berichterstattungen der öffentlichen Sender und anderer Medien - Facebook etc. zu unterscheiden. Denn das „WIE“ dieser angstmachenden Berichte geht sofort ins Unterbewusstsein und richtet mehr Schaden an, als es nutzt. Das Immunsystem wird geschwächt, was in sich, nicht nur in dieser Zeit, ungünstig ist. Jedweder Stress setzt Angsthormone im Körper frei, was zur Schwächung des Immunsystems führt. Du kannst dir selbst helfen, in dem du deinen Körper und seine Reaktionen beobachtest. Verspannungen, Herzschlag etc.

Werden Stress und Angst wieder abgebaut, setzt der Körper Hormone frei, die sich gesundheitlich immunstärkend auswirken.

 

     Mehr Fachliches kannst du lesen oder schauen: "Die Anatomie des Schicksals", Johannes Huber;   „Biologie der Angst“ von Prof. Dr. Gerald Hüther, Uni Göttingen; Wirkung der Medien (Fernseher und co.) Prof. Dr. Manfred Spitzer auf You tube. Der Sender ARTE bringt regelmäßig wissenschaftsgestützte Videos über die Wirkung von Yoga, Meditation und anderen tiefgreifenden Entspannungsmethoden wie MBSR. Darum erspare ich mir hier weitere fachliche Ausführungen, die gibt‘s dann gerne in meinen Angeboten, wenn es wieder möglich ist.

 

Und Willkommen zur Meditation:

Sitze gerade und aufrecht, so, dass du eine würdevolle Haltung einnimmst. (Diese hilft dir, deine eigene unvergleichliche Würde wahrzunehmen.)

Beobachte deinen Atem für einige Minuten. Atme durch deine Nase ein und aus.

Wahrnehmen und atmen, spüren und da sein.

Vertiefe deinen Atem zur Bauchatmung hin. Atme ca. 6-8 Sek. bis tief ins Becken ein und ebensolange wieder aus. Halte diese Atemphase für ca. 5 min. oder so lange, du möchtest.

Vertiefe deinen Atem noch mehr und atme in Bauch und Oberkörper in tiefen langen Atemzügen ein und aus. (ca. 5 min.)

Du kannst zusätzlich deine Kehle ganz leicht verengen. Atme weiter durch die Nase. So hörst du einen leisen Ton, der sich wie Meeresrauschen anhört. Zugleich stelle dir vor, wie die Wellen des Meeres im Einatmen zu dir kommen und im Ausatmen wieder davon spülen und dein Atem wieder freiwillig zu dir zurückkommt.

Lang und tief einatmen. Lang und tief ausatmen. Nimm dich innerlich immer tiefer wahr. (5 min.) Wenn du merkst, dass du wieder natürlich weiteratmen willst, lasse es zu.

Du kannst Dir auch vorstellen, dass du störende Gedanken durch die Wirbelsäule tief in die Erde strömen lässt. 

 

Erinnere dich jetzt an eine Situation, in der du volles Vertrauen und innere Ruhe hattest. Stelle dir diese Situation so genau wie möglich vor. Wie auf einer Leinwand kannst du dich beobachten. Stelle das Bild im Kontrast scharf und bunt ein. Schaue dir eine Weile zu und atme, mit deiner bewussten Atmung, das Gefühl deines Vertrauens durch deinen ganzen Körper. (Wenn du es mehr fühlen als sehen kannst, ist dies völlig in Ordnung.

 

Nimm bewusst wahr, was sich in dir verändert. Vielleicht ist mehr Weichheit im Körper, oder im Inneren. Vielleicht fühlst du dich innerlich stabil und sicher an.

 

Halte diese Meditation solange, bis du vollkommen in der Sicherheit dasitzen kannst und bleibe dann noch eine Weile in dieser Empfindung. Bade darin, flute dich damit. Hülle dich ein.

Beende deine Meditation damit, dass du die Konturen deines Körpers wahrnimmst, tiefe und lange Atemzüge durch den Körper atmest. Rekele dich, strecke dich. Wisse, du kannst jederzeit in dieses Gefühl zurückkommen. Im Herzen kannst du diese Erfahrung verankern und jederzeit erinnern. (Ggf. stelle dir eine Zeituhr.)

 

Dies ist dein Reset-Knopf, deinen gesamten Organismus in die Ruhe zu bringen. Und davon wünsche ich dir immer – ganz viel.

 

Die Wirkung wird umso stärker, je öfter du diese Meditation praktizierst. Einmal reicht nicht.

Dankbarkeit und Freude sind ebenfalls Reset-Knöpfe für mehr Ruhe und Vertrauen, die in Stress und Angst häufig verloren geht.

 

Von Herzen: Bleib gesund in deiner Mitte 

 

 

März 2020 

 

Fastnacht – Rollenwechsel, in eine neue Haut schlüpfen

 

Heute (Ende Februar) habe ich ein wenig über Karneval sinniert. Karneval wird die fünfte Jahreszeit genannt. In manchen Regionen echt ein Ausnahmezustand. In anderen wiederum kaum beachtet. In alter Zeit wurden die (bösen) Geister ausgetrieben. Der Winterstaub hinausgeputzt, geräuchert und die guten Geister eingeladen, im Haus und Leben ihren Platz einzunehmen.

 

Heutzutage geht es mehr um den Spaß an der Freude. Und schließlich ist Karneval auch ein Hoffnungsbild der Freude. (Wobei auch gesagt werden will, dass dieser Spaß, wie ich heute Morgen hörte, trauriger Weise in Drogen-, Alkohol- und KO-Tropfenexzessen endete. Jugendliche, wie Erwachsene im Komasaufen landeten. Das ist ein weniger schönes Gesicht des Karnevals.) 

 

Die meisten schlüpfen in eine zweite Haut oder eine völlig neue Rolle. „Dann kann ich mal endlich ich, mal ausgelassen sein“, sagten mir schon viele.

 

Dem fröhlich lachenden Clown auf dem Foto, der eigentlich eine „sie“ ist, tut es gut, sich zu verkleiden, fröhlich zu lachen und aus dem Herzen zuversichtlich zu strahlen. (So kenne ich "ihn" auch aus dem Alltag.) Den vielen Karnevalisten tut es auch gut. Die Bandbreite, Karneval zu feiern, ist groß. 

 

Wie sieht es im Alltag aus. Wer bin ich, bist du, wenn die zweite Haut, bzw. die Verkleidung fehlen? Oder die Rollen manches abzuverlangen scheinen, was du und ich nicht wirklich leben wollen.

 

Warum nur zu Karneval in eine andere Haut schlüpfen.

Warum nicht jetzt und hier, wild, rasant, lustig, humorvoll, freudig, feurig, offen sein, ausgelassen, zuversichtlich sein.  

Warum nicht zu jeder Jahreszeit sein, wer du bist.  

 

"Wer bist du, bin ich?" Dieser Frage gehen die Meditationslehrer aller Kulturen und Zeiten nach. Wer bin ich – wirklich – wenn ich nicht die Rollen der Eltern, Lehrer, Chefs, Kollegen, Freunde, Verwandten, ja, der Gesellschaft übernehme. Ich schau da gerne hin, weil es mir echten Spaß macht. Offen gesagt, ist mir Karneval unwichtig geworden (obwohl ich ihn anderen gönne), weil ich täglich gerne die bin, die ich bin.

 

„Wer bin ich?“

 

Auf diese Frage hast nur du selbst eine Antwort, tief in dir drin.  

  

  

Februar 2020

 

Freundschaft ist bunt

Ja, das kann sie sein, im übertragenen Sinne.

Wahre Freundschaft erlebe ich mit meiner einzigen Freundin. Ja, ich habe „nur“ eine einzige. Die anderen im meinem Umfeld nenne ich daher „Bekannte“, abgesehen von beruflichen Freundschaften, die ich hege. Klingt das nicht ein wenig reduzierend? Auf den ersten Blick vielleicht. Doch wenn ich wahre Freundschaft definiere, spitzt sich die Qualität auf bestimmte Attribute zu. (Deshalb mag ich alle meine Bekannten jedoch nicht weniger J. Im Gegenteil.) Meine Freundin un dich definieren Freundschaft gleich. Sie: 

  • " Eine Verbindung, die zunächst aus Sympathie besteht, weil evtl. mögliche Interessen da sind, die verbinden
  • Nach und nach kann dann Freundschaft wachsen, die darüber hinaus auch den privaten Bereich berührt
  • Freundschaft basiert auf gegenseitiger Annahme, die den anderen so annimmt, wie er ist
  • Zuhören können ohne zu werten
  • An den Lebensumständen des anderen teilhaben
  • Gemeinsam lachen und auch weinen
  • Andere Meinungen aushalten
  • Dem Anderen Glück wünschen und emphatisch gegenübertreten
  • ...

Die Summe aller Punkte entspricht 20 Jahre - Petra & Benedikta "

 

Es läuft zwischen uns optimal, und halt „bunt“. Sie begleitet jeden meiner Wege, hat durchaus ihre andere Meinung dazu. Wir sind beide in mancher Hinsicht mit anderen Lebensthemen unterwegs. 20 Jahre … sprechen von Beständigkeit. Diese Freundschaft ist wie eine Zufluchtsstätte für Sorgen und zeugt von Vertrauen.

Nein, wir treffen uns nicht wöchentlich zum Kaffee oder Klönen (wie man hier in der Gegend sagt, wenn wir über „Gott und die Welt“ reden). Wir haben eine gewisse räumliche Entfernung, die es verhindert, mal eben ‘nen Kaffee zusammen zu trinken. Sie hat ihr Leben als Ehefrau, Mutter, Oma, ehrenamtlich Wirkende usw., in dem sie gefordert ist. Schließlich sind da noch mein Beruf und meine Familie. Dennoch macht bei uns nicht die Quantität diese Freundschaft aus, sondern die Qualität.

Sie zeigt sich von einer Toleranz, die überaus vorbildlich und Nahrung für die Seele ist. Wenn eine die andere braucht, stehen wir füreinander ein. Allerdings fragen wir uns gar nicht erst, ob dies so sein wird. Es ist einfach so, ohne ‚Wenn‘ und ‚Aber‘.

Die besondere Qualität bezeichne ich als „erwartungslos da sein“. Und das schafft einen Freiraum in der Freundinnen-Beziehung. Wünsche können geäußert werden, keine ist „sauer“, werden sie nicht erfüllt. Jede hat ihre ganz eigene Weltsicht. Sie darf mir auch mal den „Kopf waschen“, bzw. den Spiegel vorhalten und sagen: „Petra, mach mal halblang“. Ich nehme ihre ehrlichen Impulse dankbar an, weil sie nicht bevormundend sind, sondern eine Option, anders zu denken. Geheimnisse sind bei ihr gut aufgehoben, dennoch teilen wir nicht alle miteinander. Ein Zeichen, dass wir nicht neugierig lauern, was im Leben der anderen geschieht. Wir richten einander auf. Ihr kann ich mein Haus anvertrauen, weil ich mich bei ihr in Sicherheit wiege.

Diese Freundschaft ist wie eine Hand, auf die wir uns, stützen können. Meine Freundin kann hervorragend meine inneren Töne zum Klingen bringen und mir helfen, meinen eigenen Ton zu finden. Wenn das passende Wort mal fehlt, dann tragen uns Stille und Schweigen. Unsere Freundschaft haben wir nicht gesucht oder geplant, wir haben sie gefunden.

(M)eine Freundschaft ist (m)ein Schatz, der gehütet werden will. Denn sie ist ein kostbares Geschenk.

Januar 2020 

 

Für mein Leben gerne dankbar

 

Bewusst habe ich mir stille Zeit gegönnt, an den Festtagen und "zwischen den Jahren".

   Habe mich mit der Dankbarkeit befasst, denn für mein Leben gerne bin ich tief dankbar. Für alles Mögliche. 

     Für das wunderbare Jahr 2019, für das, was mir das Leben schenkte, die reichhaltigen Erfahrungen und meine chancenreiche Entwicklung, denn ich schaute nicht alleine auf 2019.

      Ja, ich kann mich als reich Beschenkte fühlen. Durch meine Familie, meinen Traumberuf, mit den berührenden Begegnungen. Für begleitende Freundschaften, insbesondere für eine Freundin, die meinen Weg seit mehr als 20 Jahren begleitet.  Für die Höhen und Tiefen, die ab und an dazu gehören. Sie lassen lernen, in dem was das Leben als Aufgabe stellt. Sie rufen Fragen auf den Plan, weil es auch mal Zweifel geben darf. Und beim genauen Hinhören erhalte ich auch Antworten. Dankbar bin ich allerdings auch und erst recht für das kommende Jahr.

     Dankbar sein für etwas, das noch kommt? Hm..., klingt unglaublich, weil ich ja noch nicht weiß, was kommt. Dennoch mag ich dankbar sein für das, was in der Zukunft liegt. Denn es wird mir zu meinem Besten gereichen. So meine bisherige Erfahrung. 

     Darüber hinaus sitze ich oft da und bin dankbar - einfach so - ohne besonderen Grund. Ich beobachte, dass Dankbarkeit (auch für die ungewisse Zukunft oder für ein Nichts) mich grundsätzlich zuversichtlich stimmt. Dankbarkeit in das, was noch vor mir liegt, braucht die Zuversicht und das Vertrauen, dass Aufgaben, die das Leben stellt, zu schaffen sind.

   Ich mache das nicht, weil inzwischen die Wissenschaft bestätigt, dass das Immunsystem davon profitiert oder die mentale Stärke wächst. Nein, es gefällt mich schlicht, in einer Stimmung zu sein, mit der ich mich glücklich und zufrieden macht. Dankbarkeit gibt generell Halt und Stabilität. Bis zu den 90er Jahren wurde in der Psychologie, Therapie oder Coaching, der Blick mehr auf die Probleme gerichtet. Übersehen wurde vielleicht, dass "pro" - "für" heißt. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet und es sind unter anderem die tragende Rolle von Dankbarkeit und das Augenmerk auf das Gelungene im Leben im Vordergrund. Darauf, was glücklich und gesund macht. Also, ich liebe die Pro-Dankbarkeit, denn ich gehe glücklicher und stressfreier durch mein Leben. Auch dann, wenn Herausforderungen nahen. Zudem hat das Wort "Einsamkeit" seitdem keine Relevanz mehr in meinem Leben. Denn durch meine Dankbarkeit fühle ich mich tief verbunden. Noch dazu schlafe ich besser, wenn ich den Tag mit Dankbarkeit beende.

Nun gut, dankbar sein geht nicht einfach so. Denn sie ist auch Übungssache. Vor allem, wenn es daraum geht, für Nichts dankbar zu sein. Zu Beginn der Übung von Dankbarkeit schaffte ich mir ein Dankbarkeitstagsbuch an und trug abends eine oder mehrere Erlebnisse ein, für die ich dankbar war. Damals wusste ich noch nicht, dass der Psychologieprofessor Robert Emmons an der University of California durch Studien bestätigt, dass nicht alleine die Psyche durch die Grundhaltung von Dankbarkeit gesünder wird, sondern auch der Körper. Ja, sogar Depressionen können ihre Chance verlieren, wenn Dankbarkeit durch und durch empfunden wird. Es reichen, nach meiner Erfahrung, schon einige Minuten am Tag. 

Probiere es gerne aus. Richte dein Augenmerk auf die Momente des Tages, für die du dankbar bist, und schreibe sie dir auf. Am Ende des Jahres kannst Du ein Ritual halten, eine Kerze anzünden und das Tagebuch lesen. Du wirst dich wundern, was und wieviel sich ereignete, dass dich dankbar machte. Es müssen nicht alleine die großen Ereignisse sein. Nach einiger Übung automatisiert sich deine Dankbarkeit. Du wird immer zuerst schauen, was dich dankbar macht, statt die dunklen Ereignisse zu zählen. 

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir (und mir) ein Jahr 2020, reich an Dankbarkeit.

 

Dezember – Straße deines Lebens

Der Dezember lädt alljährlich ein, zum Rückblick und zum Kräfte sammeln. Die Natur lebt dies vor, sammelt ihre Kräfte, um im Frühjahr wieder das Fest der Farben zu feiern.

Doch zunächst werden noch die Winterfeste gefeiert und mancher mag (in Stille) zurückblicken auf das Jahr 2019, mit den Bergfesten, den Talsohlen, mit freudig Überraschendem, wie Ungebetenem. Manchmal scheint es, als sei das Leben ein Abenteuer.

Wenn du magst, habe ich folgend einige Impulse zum Jahresausklang, dein Gewordenes näher zu betrachten. Du kannst das letzte Jahr anblicken, aber auch einmal dein ganzes Leben. Vor allem wertschätzen was war. Und zwar radikal alles wertschätzen, was du erlebt oder gestaltet hast. Auch das, was vielleicht nicht gelang oder das Ungebetene. Denn auch dies hat einen Sinn, oder du kannst ihm einen geben.

Du kannst dein Jahr oder dein Leben anschauen, wie eine Straße. An der ein Wegweiser steht, auf dem dein Name mit großen Schriftzeichen versehen ist. Folge ihm, wenn du magst, und schau dir die Straße genau an. Wie sieht sie aus? Ist es eine glatte Teerstraße, ist sie holprig und eher ein Feldweg? Führt sie bergauf, bergab. Siehst du Hügel? Oder führt sie dich durch eine weite Ebene? Wie viele Kurven hat die Straße? Ist sie eine Allee, mit vielen alten, großen Bäumen? Kann diese Straße Symbol sein für dein Leben oder dein Jahr 2019? Lasse dir Zeit, ehe du den nächsten Schritt mit den weiteren Impulsen machst.

Jetzt und hier kannst du deiner Straße 2020 deinen Schatten vorauswerfen, indem du sie vor deinem inneren Auge neu baust. Sei einmal der Ingenieur deiner Lebensstraße. Wie soll deine Weg 2020 künftig aussehen?

  • Willst du aus den Steinen, die im Weg liegen eine Straße zum Himmel bauen?
  • Soll der Weg weich sein, auf dem du gehst. So wie ein mit Tannennadeln bedeckter Waldboden?
  • Hat sie Neigung oder Steigung?
  • Gibt es Kurven, die du begradigen willst? Leuchtet sie farbig, golden oder silbern? Gib ihr die Oberfläche, die zu dir passt.
  • Was siehst du am Straßenrand, blühende Blumen, saftiges Gras, Bäume?
  • Ist die Straße von Feldern gesäumt, die dir Nahrung bieten. Oder findest du Quellen, die deinen Durst stillen? Was ist dein Proviant für die Straße deines Lebens.
  • Wer begleitet dich auf dem Weg? Ist es die passende Reisebegleitung? Oder ist sie eher unwillkommen? Welche Lebensqualität bringt die Begleitung mit? Ist es die, die du für dein Leben brauchst? Hat sie sich gar aufgedrängt? Oder erwartet sie, dass du in ihrem Tempo mitgehst? Will sie dich von deiner Straße abbringen? Du kannst die Begleitung auch bitten, an der nächsten Kreuzung einen anderen Weg zu wählen oder sich neutral zu verhalten, damit du ungestört deiner Spur folgen kannst.
  • An welcher Kreuzung bist du auf deinem Pfad abgebogen? Welchen möchtest du jetzt wählen. Viele Möglichkeiten gibt es, deinen Weg zu kreieren und die Reisebegleiter auszuwählen, die dir guttun und dir helfen, weiterzuschreiten.
  • Du kannst dir ausmahlen, wo du heute in einem halben, einem Jahr oder in 10 Jahren sein wirst. Wie fühlt sich das an, dort anzukommen und eine Weile dort zu bleiben.
  • Du kannst dein Unterbewusstsein bitten, dir regelmäßig im Alltag deinen Weg klar und deutlich zu zeigen, damit du deine Richtung behältst oder eine neue wählen kannst.

Ich wünsche dir (und mir) viel Freude bei der Gestaltung d(m)einer Straße des Lebens.

 

November - Der Packesel und der Mensch

 

In Zeiten ohne technische Fortbewegungsmittel war der Packesel, neben den Pferden, ein willkommenes Reise- und Transportmittel.

Doch was hat ein Packesel mit dem Menschen zu tun. Der Esel hat Tragetaschen, die vollgepackt werden können. Übervoll beladen sah ich sie vor vielen Jahren in Nepal, sodass der Esel fast in die Knie ging. 

Das erlebe ich auch häufig in Coachings, im Yoga, oder in der Klangmassage. Menschen laden sich zu viel auf. Der Rücken schmerzt, Wirbel springen aus ihren Gelenken oder kein erkennbarer Grund scheint vorhanden, warum das so ist. Nun, blicken wir gemeinsam tiefer, dann stellt sich heraus, dass einige sehr viel tragen. Es ist mehr eine mentale Last, die in die physische mündet:

Zu viel an Arbeit, an Zuständigkeit, die Menschen sich aufpacken oder aufpacken lassen. Ereignisse oder Schicksale, die getragen werden müssen. Dinge, denen (jetzt) nicht ausgewichen werden kann. Es gibt Zeiten, da haben sie echt viel zu „schleppen“ und das drückt auf die Seele und Körper. Selbst alte Erfahrungen, die nicht losgelassen werden, drücken noch. Oder Verantwortung, die jemand übernimmst, obwohl es nicht die Aufgabe ist. Z. B. Verantwortung übernehmen, für die schon erwachsenen Kinder.

Ja, ich erlebe, wie sie regelrecht in den Muskeln ihre Wirkung zeigen, zu Verspannungen führen oder manchmal auch zu Erkrankungen. In diesem Geschehen, kann die Entspannung einerseits in die Seele hineinwirken. Und die Neugestaltung im seelischen Bereich andererseits Entspannung im Körper bringen.

Der November, in dem die Bäume die Blätter vollends loslassen lädt uns ein, näher hinzuschauen, wie Entlastung zu gestalten ist. Hier einige Impulse:

  • Was will ich aus meinem Lastenkorb hinauswerfen, bewusst loslassen?
  • Was ist mein Selbstbild? Kann ich mich entlasten?
  • Ist mir mein Denken von mir selbst eine Last? Wie kann ich im Alltag selbstsicherer sein?
  • Bin ich wirklich authentisch. Lebe ich, was ich wirklich leben möchte? Aufrichtigkeit zu mir selbst auf allen Ebenen ist heilsam.  
  • Zeigt mir mein Rücken, dass ich zu viel trage und mich krumm mache (für andere)?
  • Lebe ich zu sehr, was andere von mir wollen?
  • Wo stehe ich unter Druck? Wofür bin ich wirklich zuständig – wofür die anderen?
  • Was tue ich „alles“, um Anerkennung von anderen zu bekommen, statt mir selbst Anerkennung zu schenken?
  • Zwinge ich mir mehr Leistung auf, als ich tragen kann.
  • Kann ich mich mit (alten) Erfahrungen aussöhnen? Auch, wenn sie noch so schmerzhaft sind? Kann ich Schicksal(e) annehmen, um innerlich leichter zu werden?
  • Wie kann ich Frieden schließen mit Vergangenem?
  • Wo braucht es ein gerade aufgerichtet sein, z. B. in Entscheidungen? Geradestehen, zu mir stehen und klare Ziele formulieren.
  • Wo und wie lebe ich im Hamsterrad des Alltags oder meinen Verhaltensmustern. Ich suche mir regelmäßige Ruhepole!
  • Wie kann ich mich neu ausrichten? Womit gebe ich mir Rückendeckung?
  • Wie hilft mir ein harmonisches Zusammenspiel in meiner Lebenssituation?
  • Wo braucht es wieder einen Fluss in meinem Leben? Auch wenn ich krank bin, ist es wichtit, mit einem Teil von mir in Resonanz zu bleiben.

Und vielleicht findest du noch ganz andere Impulse, wenn du auf deinen Körper hörst. Ich wünsche dir regelmäßig die Zeit, die Packtaschen zu erleichtern oder neu zu packen, mit den wesentlichen und wichtigen Dingen des Lebens.

 

Oktober - Dornröschens Tao

 

„Viele Jahre hatte Dornröschen geschlafen, jetzt wird sie wach. Sie schaut sich um, aber sieht niemand, der sie retten möchte. Sie schläft wieder ein.

Jahre gehen vorbei und eines Tages erwacht sie wieder. Sie schaut nach links, nach rechts, nach hinten und nach vorne, aber es ist keiner da, kein Prinz, kein Junker und auch kein Gärtner mit einer Heckenschere. Dornröschen legt sich wieder hin und schläft ein.

Schließlich wird sie zum dritten Mal wach. Sie öffnet ihre Augen, aber noch immer sieht sie niemanden. Da sagt sie zu sich selbst: „So, jetzt ist es aber genug!“ Sie steht auf und ist frei! (Gefunden bei Geschichtennetzwerk)

Im fernöstlichen heißt Tao (Dao) Weg, Straße, Prinzip, Denkrichtung, Methode, auch Lehre oder Schule, die unter anderem die Spiritualität mit einbezieht und das Leben ganzheitlich sieht. Das Tao weist Wege, auch mit Weisheitsgeschichten.

Das Märchen erfuhr im Laufe der Zeit mehrere Deutungen. Die obige Deutung will sagen, dass es manchmal drauf ankommt, das Leben selbst in die Hand zu nehmen und nicht darauf zu warten, dass uns ein „Prinz“ aus den vielen Herausforderungen rettet. Eben das Drehbuch des Lebens selbst zu schreiben.

Keine Frage, es braucht auch die vielen Helfer/innen im Leben. Wir können ganz sicher nicht immer alles alleine schaffen. Andererseits kommt niemand umhin, Veränderungen des eigenen Lebens selbst in die Hand zu nehmen, um Träume zu verwirklichen. Es kommt auf die Ausgewogenheit an, aufzustehen und die Veränderung zu sein, die gewünscht wird oder sich helfen zu lassen.

Die Geschichte sagt es: „Freiheit statt Gebundenheit oder gar Abhängigkeit an andere, ist der Gewinn“. Eine Märchendeutung, die fordert und auffordert, selbst zu handeln, statt sich wachküssen und hinwegtragen zu lassen in eine neue Lebenssituation.

Klingt einfach, ist es auch. Doch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es oft nicht leicht ist. Denn einfach heißt nicht zugleich leicht. Auf dem Lebensweg können sich Dornenhecken in den Weg stellen, und der Weg will freigeschnitten werden. Von uns selbst. Wenn ich nicht darauf warte, dass ein Prinz die Heckenschere in die Hand nimmt, sondern ich dies selbst tue, erfahre ich Tatkraft und Entschlossenheit.

Ein „Dornenhecken“-Beispiel will ich aus dem Nähkästchen holen: Vor etlichen Jahren erfuhr ich Mobbing. Dies war zweifelsohne schmerzhaft und abwertend. Wie sehr sehnte ich mich danach, dass sich die Situation wie von Zauberhand auflöst oder ein „Prinz“ kommt, der mich da rausträgt. Mein Warten jedoch wurde nicht belohnt. Erst, als ich mich entschloss, diese Situation selbst zu beleuchten, mein Inneres zu erforschen und zu schauen, womit ich den Boden für das Wachsen meiner „Dornenhecke“ bereite und die (innere) Erde aufhakte, sie selbst beschnitt, zeigte sich der freie Weg wieder. Ich sah die Situation symbolisch als Spiegel von Dornen in mir, habe eigene Muster verändert, die zum Mobbing führten und fühlte mich „befreit“. (Die Wurzeln der Hecke reichten bis in meine Kindheit.) Doch auch Helfer/innen waren an meiner Seite, die mir Kraft und Trost gaben.  

Freischneiden musste ich mich jedoch selbst. Schließlich wandte ich die Methoden aus den damaligen Fortbildungen der Psychologischen Beratung und der Klangmassage bei mir selbst an, um kraftvoll zu bleiben. Auch viel Aufenthalt in der freien Natur, war hilfreich und heilsam.

Es kam zum Gespräch mit dem Urheber des Mobbings. Frei und wertschätzend konnte weiter zusammengearbeitet werden. Die Dornenhecke trug Früchte.

Nach nicht allzu langer Zeit empfand ich diese Erfahrung als „Segen“ für meine eigene Entwicklung. Von den Früchten nähre ich mich heute noch.

Mittelpunkt Mensch am „Kraftort Eifel“ ©

-Zentrum

für Lebensfreude -

Simmerath/Eifel

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