Mittelpunkt Mensch am Kraftort Eifel - Zentrum für Lebensfreude -
Mittelpunkt Mensch am Kraftort Eifel- Zentrum für Lebensfreude - 

September - Das „Spiel“ der Resonanz

Ein Foto, ein Symbol?! Sich zentrieren in der eigenen Mitte oder im „Drum rum“ des Lebens, könnte das Thema des Fotos heißen.

Das „Drum rum“ bietet viele Gelegenheiten, visuelle oder auditive Reize, mich aus dem Zentrum, der inneren Ruhe ablenken zu lassen.

Wenn ich dem „Drum rum“ zu viel Raum gebe, fühle ich mich gar zerfleddert, wie der Rand der wunderschönen Feder-Tulpe. Bleibe ich im Zentrum, in meiner Mitte, dann spüre ich tiefes, sich gestaltendes Leben,

  • höre Antworten auf Fragen,
  • spüre Leichtigkeit ebenso, wie Schwere,
  • Freude, ebenso, wie Traurigkeit,
  • Schmerz ebenso, wie heil sein.

Kurz, ich fühle mich, nehme wahr, in welcher Qualität sich das „Drum rum“ und ich mich zeigen. Was jetzt Schwere ist, kann sich zu Leichtigkeit wandeln, wenn ich Bewertungen verändere. Denn eine Bewertung kann Fluch oder Segen sein.

Die Frage hilft wieder und wieder: „Ist meine Sicht wirklich die einzige, oder gibt es noch andere Möglichkeiten?“ (Genau genommen gibt es eine bunte Vielfalt an Möglichkeiten. Sie wollen allerdings von mir gesehen werden, bzw. kann ich sie mir von anderen schenken lassen.) Mal geschieht eine emotionale Veränderung minutenschnell, wenn ich die Gedanken bewusst erfasse und verändere. Manchmal braucht es einen Tag, vielleicht mehrere Tage, gar länger. Dann wieder brauche ich Gesprächspartner/innen, die mir neue Impulse geben und helfen meine Sicht zu reflektieren. Ich bin mir bewusst, dass manche Schwere oder Traurigkeit erst durchlebt werden will, ehe eine Wunde dahinter heilt. Aus mancher Wunde werden oft auch Wunder.

Ein Beispiel eines „Drum rum“ mögen die Informationen über den Klimawandel sein: Es werden zurzeit recht viele Nachrichten darüber gebracht, die in unterschiedlicher Weise (Schmerz, Wut, Ärger, Trauer, vielleicht auch Gleichgültigkeit…) betroffen machen. Von fundierten Berichten, Oberflächlichkeiten bis Fakenews wird gesendet oder in den sozialen Medien gepostet.

Bleibe ich in meiner Mitte, kann ich die Nachrichten unterscheiden. Mir Wissen aneignen, dass der Klimawandel evolutiv immer schon war und sein wird. Aber auch, dass der Klimawandel derzeit, von Menschen gemacht, sehr beschleunigt wird.

Wie ich mich bei den jeweiligen Berichten fühle, ist eine Frage der Resonanz. Wohin meine Resonanz geht, ist eine bewusste Entscheidung im Gestaltungs- und Farbenspiel meines Lebens.

In der Ruhe kann ich mich entscheiden, auf welche Qualität ich mich fokussiere. Gehe ich innerlich in die Katastrophenhaltung der Angst, oder bleibe ich in meiner Kraft und Lebensfreude? Was sein darf und muss, auch angesichts der Dramen, die geschehen.

Der Federrand der Tulpe symbolisiert sodann kein Zerfleddern mehr, sondern weist mich persönlich auf die in mir ruhende Leichtigkeit hin. Darüber hinaus möchte ich meine Resonanz richten auf Vertrauen und Lebensfreude. Dann kann ich im bewussten Hinschauen kraftvoll bleiben und überlegen, wie ich die Natur schützen möchte.

In meiner Mitte weilend werde ich nicht im „Drum rum“ meines Lebens aufgebraucht, sonder erhalte meine Stärke.

Du wirst womöglich noch eine ganz andere Deutung des Fotos finden J.

 

 

Wer ein sehr gutes, wissenschaftlich orientiertes Buch über die Resonanz lesen möchte, dem sei „Wie wir werden, wer wir sind - Die Entstehung des menschlichen Selbst durch Resonanz“ – Vom Neurowissenschaftler und Therapeut, Prof. Joachim Bauer, empfohlen. – Er richtet in seinen Forschungen den Blick auf Kindheit, Gesellschaft, Beruf, Politik, Ethnien und Alter.

 

 

 

August 

Andere Perspektive

Ja, ich mag es, mich im Sommer in die Blumenwiesen zu legen und entlang der Blumen in den blauen Himmel zu schauen. Nach oben zu blicken. Aus einer ganz anderen Perspektive, als die gewohnte.

 

Manchmal ziehen leichte Wölkchen vorbei oder ich kann dem erhabenen Flug des Rotmilan folgen. Dann schwebt ein Schmetterling herbei und erzählt mir, wie leicht und zugleich zerbrechlich das Leben ist.

 

Der Geschmack von Weite und Freiheit nimmt in mir Platz, während ich tagträume. So ist Leben, denke ich mir. Ist es das? Ja, das ist es – auch.

 

Natürlich ist Leben noch anders. Es gibt nicht nur diese Freizeiten zum Tagträumen. Die Ereignisse wecken häufig unsanft aus dem romantischen Traum und halten Schmerz, Enttäuschung, Trauer, Verzweiflung bereit.

 

Die Tagträume können die Zuversicht an das Glück stärken. Ich kann abschalten, neue Pläne schmieden, dem Glück den Weg zu bahnen, die Fülle erahnen und mich leer machen, bewusst leer. Innerlich Platz machen für Neues.

 

Nach oben schauen und wissen, dass zu den „Flügen mit den Wolken“ alsbald die Landungen auf dem Boden wichtig sind. Denn Leben ist ebenfalls, hinfallen und doch immer wieder aufstehen. Es macht Sinn, ab und zu mal liegen zu bleiben, um nach oben zu schauen. Damit Ruhe einkehren kann. Ohne Herausforderungen kämen wir nicht voran in unserer Entwicklung. Steine im Weg gehören dazu. Desgleichen die aus sich heraus sprechende Stille.

 

Die Natur ist ihr eigener Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur. Sie weiß, welche Rolle zur rechten Zeit zu spielen ist und wie sie sich regiert. Es gibt Träume, die das Leben schön und glücklich machen, wenn sie gelebt werden. Manche sind leidvoll oder destruktiv. Wie ein Blick in Gesellschaft oder Politik verrät, werden oft zerstörerische Ergebnisse geschaffen.

 

Ja, es gilt, Träume zu verwirklichen, die Leben schaffen, statt es zu zerstören. Du und ich haben viele Möglichkeiten, das Drehbuch zu schreiben, zugleich die Rolle zu spielen und Regie zu führen. Es verschafft Freiheit, das eigene Leben nicht dem Zufall zu überlassen. Doch auch der spielt seine eigene Rolle, in dem er uns zufallen lässt, womit wir manchmal nicht gerechnet haben. Zuweilen schmerzhaftes, dann wieder Wunder, die Großen, wie die Kleinen.

 

Womöglich ist der Zufall gar nicht so zufällig, weil mit der konkreten Planung ins Leben gerufen wird, was zufallen will. Wer kennt es nicht, dass sich nach einer Entscheidung plötzlich alle Pforten öffnen und die Pläne von alleine beginnen, zu gedeihen. So, als habe die Natur plötzlich den Bühnen-Vorhang hochgerollt und das „Schauspiel“ beginnt. Die Früchte werden, was die gelegten Samen versprechen.  

 

Darum leiste ich mir so gerne Momente, nach oben zu schauen, das Drehbuch neu zu schreiben, um dem Glück den Weg zu zeigen, wohin es reisen soll.

Und du?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Juli - Die Farbe des Sommerlichtes

 

Jetzt im Juli ein kurzer Text zum Innehalten und wahrnehmen: 

 

In der Palette des „Malers“ träumen die satten Farben des Sommers.
Über der Landschaft ein warmer transparenter Lichthauch,

wie ihn nur der Sommer kennt.
Welche Farbe hat das Wunder des Werdens?
Wie malt man ein Sommerlicht als Traum?
Welche Farbe hat dein Sommerlicht?
~ nach Ursula Cordes ~

 

Juni 

Gestern, heute und morgen

Oft schon habe ich mich gefragt: „Würde ich mein Leben noch einmal in der Form so gestalten, wie ich es tat?“

Nun, dies ist nicht mit einer Antwort abgetan. Von meinem heutigen Entwicklungsstand aus betrachtet, sage ich natürlich „Nein“. Denn nun habe ich eine Weisheit entwickelt, die ich damals nicht hatte. Aus meinem heutigen Stand heraus würde ich ganz viel anders machen.

         Doch damals hatte ich nicht die Erfahrung von heute. War nicht entwickelt, wie heute. Sah nicht die Möglichkeiten, die ich heute sehe, hatte nicht meine Persönlichkeitsentwicklung, die ich heute habe. Insofern würde ich ganz sicher alles wieder so machen, wie ich es bisher tat.

Um am Mai-Thema anzuknüpfen, ich bin mehrfach in meinem Leben in einen Kokon geschlüpft, um neue innere Möglichkeiten zu entwickeln, die ich schließlich umsetzte.

         Natürlich sagte ich mir oft: „Hätte ich mal…“ Doch dies war häufig einem „schlechten“ Gewissen geschuldet. Das so genannte schlechte Gewissen hingegen ist eine Erfindung von Menschen. Entscheidend ist zu sehen, dass letztlich alles Entwicklung ist. So, wie in der Natur. Die Natur käme nie auf die Idee, ein schlechtes Gewissen zu haben. Sie entwickelt sich, wächst, gedeiht und vergeht. Sie ist in sich annehmend. Nur dies.

         So kommt es in meinem und vielleicht auch deinem Leben darauf an, anzunehmen, was war.  Gleichgültig sein zu lassen, im wahrsten Sinne des Wortes, was war. Allem einen gleich gültigen Wert geben. Dem, was ich dachte, was ich tat, weil ich (und du) nach bestem Wissen und Gewissen handelte und meiner Entwicklung nach meine Persönlichkeit formte. Gestern, heute und morgen. Wenn ich ständig vergleich: „Was wäre wenn …“ hänge ich im Leistungsdruck fest, aus dem ich nicht mehr mich nicht mehr befreien kann. Das Kunststück ist es, das Alte, wie das Neue anzunehmen, wie es ist. Die Annahme dessen was war und was ist, schafft hingegen Potenzial und Freiheit für die Neugestaltung. Über jeden (Fort)Schritt, den ich ging und gehe in Richtung Entwicklung, kann ich mich freuen. Das gibt mir die Kraft.

Buddha sagte vor mehr als 2000 Jahren: „Willst du wissen, wer du warst, so schau, wer du bist. Willst du wissen, wer du sein wirst, so schau, was du tust.“

Der Kristalisationpunkt ist das JETZT. Es kommt ausschließlich auf das Jetzt an, wenn ich mich verändern will. Im Blick auf das Gestern kann ich reflektieren, was ich verändern will. Was ich im Heute verändere, hat im Morgen Bestand, weil es in die Zukunft hineinwirkt. Dabei spielt ohne Zweifel das Gewissen eine Rolle. Denn das Gewissen ist die Instanz, bzw. der Kompass, der die Richtung angibt, die in der Entwicklung gewählt wird.

Das Gewissen ist das innere Wissen, die Weisheit, mit der ich (und auch du) Leben gestalte und den nächsten Schritt in die richtige Richtung setze. Im Vertrauen darauf spricht das Herz eine wichtige Sprache. Darum treffen wir in der Regel Herzensentscheidungen, wenn wir die richtigen Entscheidungen treffen, denn sie kommen aus der Weisheit, die im Herzen ihren Platz hat. Das Wissen, worauf es ankommt, liegt in uns allen. Dies bestätigt längst die Neurowissenschaft. Darum treffe ich gerne Herzensentscheidungen und vertraue, dass sie richtig sind. Das habe ich natürlich nicht ganz alleine aus meiner Kraft geschafft.

Überaus dankbar bin ich all denen, die an meiner Seite sind, mich begleiten, inspirieren und unterstützen, inklusive das Leben selbst mit allen Ereignissen,

gestern, heute und morgen.

Mai

Schmetterlingsglück

Die Raupen, die bisher durch den Dreck krochen, oder sich in Fugen und Ritzen in ihrer Werdephase im Kokon befanden, haben sich entfaltet. Sie sind aus der Haut gefahren. Wie ein kleines Wunder der Natur, haben sie ihre Flügel entfaltet.

Pfauenauge, Kohlweißling, Aurorafalter, kleiner Fuchs und viele viele mehr erheben sich leise durch die Lüfte und geben keinen Laut von sich. In einer Vielfalt von Farben bereichern sie die Natur. Wieder werden neue Raupen, die sich verpuppen und mit einer schützenden Haut überziehen. Und das Leben verwandelt sie zum prachtvollen Schmetterling. Ein beständiges Werden und Verwandeln des neuen Lebens.

Mit ihnen können wir Menschen uns auch vergleichen. Glauben wir meist, dass wir die bleiben, die wir sind. Dennoch erleben wir täglich die Verwanldung. Mit jedem Atemzug und jeder Zelle, die sich erneuert, werden auch wir neu. Es dauert unser Leben lang. Sind wir jung, können wir uns das Alter kaum vorstellen, obwohl wir fast täglich damit in Berühung kommen. Im Alter sind es verblasste Erinnerungen, an die Jugend. Und kaum können wir uns vorstellen, wie es jetzt wäre, so spritzlebendig wie ein Kind zu sein.

Unser Leben ist wie ein Schmetterlingsleben. Einen Schmetterling festzuhalten, kann zerstörend sein. Halten wir uns allzu sehr fest, oder wollen an dem festhalten, was wir gerade haben, kann das „gefährlich“ sein. Was wir festhalten wollen, kann unsere Entwicklung hemmen oder gar zerstören, was verwandelt werden will und muss. Presst man einen Schmetterling in eine geschlossene Hand, wird er zerstört werden. Denn seine Flügel sind zarte Gebilde.

So ist es auch mit all unseren Lebenserfahrungen. Wir können sie nicht wirklich festhalten. Sie können nicht in einen Konkon gepackt werden, damit sie nie mehr vergehen. Manche schmerzlichen Erfahrungen wollen wir nicht festhalten. Oft jedoch tun wir genau dies, in dem wir mit unseren Gefühlen und Gedanken in der Vergangenheit leben, statt im Hier und Jetzt, wo es sich schon längst verändert hat.  

Glück hingegen würden wir allzugerne auf ewig festhalten. Damit jedoch dauerhaftes Glück entstehen kann, will unser Leben in Bewegung bleiben im Tanz des Auf und Ab. Wenn wir uns oder die Erfahrungen mit einem Kokon umhüllen, dann kann dies eine Reifezeit werden. Danach entfalten wir uns weiter.

Das Glück will Freiheit, will fliegen können, wie ein Schmetterling. Wie ein Falter können wir lebendig bleiben, im Werden, Wachsen und wieder vergehen, um die prachtvollen Flügel dem Leben neu entgegenzustrecken und zu fliegen. Schmerzhafte Erfahrungen können verwandelt werden zu neuer Lebensbejahung.

„Halt mich nicht fest“, sagt das immer aufs neue aufstehende Leben, damit du mich nicht zerstörst.

"Berge mich wie in deiner offenen Hand – ich bin dein Schmetterlingsglück." 

 

April

Das beste was du sein kannst, bist du bereits

Es war einmal ein Mann, der seine Arbeit hasste. Er musste den ganzen Tag arbeiten, um sein Einkommen zu verdienen. „Jeden Tag Steine klopfen, was für eine schreckliche Art zu leben“, dachte er, „oh wäre ich doch reich, um den ganzen Tag faulenzen zu können”. Sein Wunsch wurde so stark, dass er eines Tages in Erfüllung ging. Der Steinmetz hörte eine Stimme, die sagte: „Du bist, was du sein möchtest.” Er wurde reich und konnte sofort alles haben, was er immer ersehnt hatte: ein schönes Haus, köstliche Speisen, wertvolle Gewänder und Sinnesvergnügungen. Kaum war er glücklich, sah er einen König mit seinem Gefolge vorbeiziehen und dachte: „Er ist mächtiger als ich. Wie gerne wäre ich an seiner Stelle!” Erneut vernahm er die Stimme und wurde wie durch Zauberhand zum König. Nun war er der mächtigste Mann im Reich und dachte: „Wie erregend die Macht doch ist!” Alle gehorchten ihm. Einige Zeit empfand er dies als höchstes Glück, aber auch das war nicht von Dauer. Immer mehr ergriff ihn eine entsetzliche Unzufriedenheit. „Ich will mehr!”, sagte er sich und starrte in den Himmel.

Er sah die Sonne und dachte: „Die Sonne ist noch mächtiger als ich. Ich will die Sonne „sein.“ Und er wurde zur Sonne: groß, stark und strahlend. Er herrschte über Erde und Himmel. Nichts konnte ohne ihn leben. Doch da bemerkte er, dass die Wolken ihn daran hinderten, die Landschaft zu sehen. Sie waren leicht und beweglich. Anstatt eine feste Gestalt am Himmel zu bilden, konnten sie unendlich viele Formen annehmen und bei Sonnenuntergang glühten sie in den betörendsten Farben. Sie hatten keinerlei Sorgen und waren frei. Wie beneidenswert!

Sein Neid währte nur kurz. Abermals hörte er die Stimme: „Du bist, was du gerne sein möchtest!” Und sofort war er eine Wolke. Es war angenehm, frei in der Luft zu schweben, beweglich und kuschelweich zu sein. Er genoss es, unterschiedlichste Farben und Formen anzunehmen. Bald war er schwer und dunkel, bald prächtig und weiß, dann wieder so fein und zart wie Stickerei. Doch früher oder später kondensierte die Wolke zu Regentropfen, die gegen einen Granitfelsen schlugen. Was für ein Aufprall! Der Fels war schon seit Urzeiten da gewesen, hart und massiv. Und nun zerplatzten die kleinen Wassertropfen auf dem Stein und rannen auf die Erde, wo sie aufgesaugt wurden, um für immer zu verschwinden.

„Wie herrlich wäre es, ein Fels zu sein”, dachte der Mann. Umgehend wurde er zu einem Felsen. Er erfreute sich an seinem Leben als Fels. Endlich hatte er Standfestigkeit gefunden. Jetzt fühlte er sich sicher. „Schließlich suche ich nach Sicherheit und Festigkeit, jetzt wird mich niemand von der Stelle bewegen”, dachte er. Die Regentropfen prallten von dem Felsen ab und sickerten an seinen Seiten hinab. Das war eine wohltuende Massage, ein Geschenk. Die Sonnenstrahlen wärmten und streichelten ihn - wie wunderbar. Der Wind erfrischte ihn. Die Sterne wachten über ihn. Er hatte Vollkommenheit erlangt - glaubte er zumindest eine kurze Zeit lang.

Doch es war nicht wirklich soweit. Eines Tages sah er, wie eine Gestalt am Horizont auftauchte und sich ihm näherte. Es war ein Mann mit einem großen Hammer. Dieser Mann fing an, den Hammer gegen ihn zu schleudern. Schlimmer noch als der Schmerz war seine Bestürzung: Dieser Mann war sogar stärker als er und konnte sein Schicksal selbst bestimmen; dieser Mann war ein Steinmetz. „Wie sehr wünsche ich mir, ein Steinmetz zu sein”, dachte er. Also wurde er wieder ein Steinmetz. Er wurde wieder zu dem, der er immer gewesen war.

Doch dieses Mal war er wahrhaft glücklich. Er erkannte: Steine so zu bearbeiten, wie er es konnte, ist eine Kunst. Das Geräusch des Hammers klang ab jetzt wie Musik in seinen Ohren und die Müdigkeit am Ende des Tages vermittelte ihm das Gefühl, viel gute Arbeit geschafft zu haben.

In der darauffolgenden Nacht hatte er im Traum die Vision einer mächtigen und imposanten Kathedrale. Sie beeindruckte die Menschen viele Jahrhunderte lang, dank der von ihm prachtvoll gemeißelten Steine. Er begriff, dass er nichts Besseres sein konnte, als das, was er war. ~Verfasser unbekannt ~

März

 

Entscheidungen treffen 

Altes verabschieden – Neues hinzufügen

 

Die Natur läutet den Frühling ein. Viele halten ein Ritual des Hausputzhaltens in Wohnung, Haus, Keller und Garten. Machen Platz für Neues, oder schaffen weg, was nicht mehr gebraucht wird. Blumenkästen werden neu bepflanzt. Dabei treffen sind Entscheidungen wichtig.

So kann auch ich innerlichen Frühjahrsputz halten, wenn ich Entscheidungen treffen. Mein Herz sagt mir in der Regel in meiner Weisheit, was gut ist für mich, was zu entscheiden ist. Manchmal brauche ich jedoch ein ganz bewusstes Hinschauen. 

 

Daran kann ich mich in der Stille erinnern. Ich richte mein Bewusstsein auf all die Möglichkeiten und Fähigkeiten, die ich in meinem Leben schon angereichert habe. Wie das große Los des Lebens tragen sie mich durch die Zeit. Sie sind in meinem Herzen gespeichert, als Erinnerung. Mal bewusst, mal völlig unbewusst. Dort wirken sie und stärken mich. 

 

Weiß ich noch, wie viele Entscheidungen ich aufgrund meiner Fähigkeiten getroffen habe? Weiß ich noch, wie ich in der Vergangenheit in bestimmter Weise gehandelt habe? Es kann gut sein, dass manche Entscheidung in der einen Situation günstig, manches ungünstig war. Sie waren lediglich ein Modell neben anderen Möglichkeiten. 

 

Hier und jetzt kann ich meine wunderbaren Begabungen bemerken, die mir und allen anderen angeboren sind. Ich kann wählen und entscheiden, was ich davon in meinem Leben weiter anwende und was ich lasse. Es ist möglich, dass ich vor Jahren Dinge entschieden und getan habe, die heute nicht mehr passen, wie ausgetretene Schuhe. Jetzt und hier kann ich neue Schuhe anziehen. Neue Entscheidungen treffen. Ist es nun vielleicht Zeit, diese alten, ausgetragenen Schuhe zu entsorgen?

 

Wenn ich in den Kammern meines Geistes und Herzens suche, will ich womöglich all das ziehen lassen. So wie ich meine Gedanken dem Wind übergeben kann, der jetzt noch oft altes Geäst von den Bäumen fegt, damit neue Triebe wachsen können. So kann ich meine zu eng gewordenen Anschauuen, Grundsätze oder Handlungsmuster verabschieden, weil es früher geholfen hat, heute jedoch nicht mehr. 

 

In all dem bleibe ich jedoch ganz ich selbst. Ich kann stolz sein, auf alles was ich angereichert habe an Erfahrungen. Und Zukunft will ich noch mehr nützliche Dinge hinzufügen. Ich will entscheiden, was ich in meinem Leben benutzen will und wie.

 

Welche Handlungen, Meinungen, Grunsätze will ich bewusst gehen lassen, um mich zu erleichtern? Welche Handlungen will ich bewusst intensivieren, damit mein gegenwärtiges Leben hell und leicht wird. Damit ich mich lebendig und glücklich fühlen kann. Ich weiß, dass ich an Kompetenz und Liebenswürdigkeit nur gewinnen kann. Und so werde ich noch hilfreicher für andere. Ich alleine kann darüber entscheiden, was und wie, wann ich neues hinzufügen will. Dafür ist jedes Alter genau das Richtige. Täglich kann ich diese Entscheidungen neu treffen. So, wie sich jeden Tag neue Zellen im meinem Körper bilden und Alte vergehen, kann ich auch Herz und Geist aufräumen. Ich kann meinen Geist und dem Leben getrost überlassen, seinen Teil dazu beizutragen. Denn:

"Ich bin ich und auf der ganzen Welt gibt es niemanden wie mich".

 

Ich bin mein Ein und Alles.

 

 

Februar

„Ja“, wenn du „Nein“ meinst?

 

Kennst du das – du sagst „Ja“, wenn du „Nein“ meinst. Oft geschieht dies, wenn wir befürchten, anderen zu missfallen. Oder weil wir gelernt haben, dass wir selbstsüchtig sind, wenn wir „Nein“ sagen. Eine erzählte mir, dass sie bei ihrer Heirat so handelte. Aus Unerfahrenheit, weil sie die Konsequenzen fürchtete. 

Doch es müssen längst nicht solche tragischen Entscheidungen sein. Es können beruflich, wie privat Zustimmungen sein, die nicht wirklich gewollt sind, die weniger problematische Auswirkungen haben und dennoch großes Unwohlsein bereiten. Viele Menschen sind geübt in dieser Selbstaufopferung und opfern ihre Echtheit und Ehrlichkeit sich selbst,. Letztlich auch anderen gegenüber. 

 

Im Umkehrschluss sagen wir auch oft „Nein“, wenn wir uns auf das Abenteuer des Lebens einlassen wollen und sich der Verstand dagegenstellt. Vielleicht aus Angst zu scheitern, oder es sind Selbstzweifel an unserem Können. Es mag ein Selbstschutzprogramm sein, wenn wir sagen uns: „Sei kein Narr, andere können das eh besser“ und so weiter…

 

Wenn wir auf die Erwartungen und Bedingungen anderer eingehen, oder uns Abenteuer des Lebens nicht gönnen, verwehren wir uns wichtige Lebenserfahrungen und berauben uns der innewohnenden Lebenskraft. 

 

Wir vergessen, dass die, die uns wirklich lieben, annehmen und akzeptieren, nie willentlich verlangen, dass wir anders sind. Sie werden nichts verlangen, was uns nicht entspricht. Zu dir selbst zu stehen, heißt: „Du stärkst dir selbst dein Rückgrad.“ Im Herzen ist die Antwort verankert, ob du wirklich stimmig in dir lebst.

 

Du willst etwas ändern? Dann gönne dir, wenn du magst, eine Reflexionsmeditation und komme zunächst mit ruhigen Atemzügen zur Stille. Nimm Dir bewusst Zeit für Dich. Beantworte dir, die Fragen:

  •  „Ist das, was ich tue, wie ich lebe, wirklich das, womit ich mich 80 -100% wohlfühle.“ Dein Herz weiß die Antwort sofort.
  • Fühle hin, wie das war, als du „Ja“ sagtest, wenn du „Nein“ meintest. Oder zieh den Umkehrschluss.
  • Spiele Dedektiv/in und frage dich, wie es zu diesem „Ja“ kam. Gab es eine Befürchtung? Spüre die Reaktionen in deinem Körper. Wird dein Atem kürzer, schneller, spürst du Verspannungen? Fühlt sich etwas eng in deinem Körper an?
  • Welchen Preis zahle ich für ein falsches „Ja“oder „Nein“?
  • Wieviel bin ich mir mehr wert?
  • Atme in tiefen Atemzügen und spüre, wie sich dein Kraftpotenzial anfühlt, wenn du  deine echte Anwort gibst, statt anders zu sein, als du bist.
  • Bleib in dieser Kraft und stelle dir so genau wie möglich vor, wie du beim nächsten Mal ganz hinter dir stehst, wie du eine direkte echte Entscheidung triffst und eine klare Antwort gibst. Fühle die echte Antwort mit deinem ganzen Körper. Achte auf deine Körpersprache und dein Wohlsein.

Mit einem Impuls von Ulrich Schaffer schließe ich:

 

Schütze deine Kostbarkeit gut.
Du darfst dir nicht verloren gehen
in dem, was du dir abverlangst, 
oder durch das, was du meinst 
Bedürftigen geben zu müssen.

Noch immer wirst du geboren, 
noch entstehst du,
ganz gleich wie alt du bist.
Noch ist das Letzte über dich 
nicht gesagt worden.

Halte dich zugleich fest
und doch locker auf der Hand. 
Zwischen diesen Gegensätzen ereignet sich 
das Wunder, das du bist.

 

Ja, bring Deine wunderbare Melodie die du bist, zum Klingen.

 

 

Januar 2019  

 

Dank und Freude

Auf dem nebenstehenden Foto siehst du einen s. g. Neujahrswecken. Mit zwei Enden, manchmal wird er auch mit zwei Köpfen gebacken. Es ist ein alter Brauch , dass Paten solche Wecken (auch Süßbrot genannt) ihren Patenkindern zu Neujahr mit dem Wunsch „Prosit Neujahr“ verschenken. Es wird für Kinder sozusagen mit 0-Promille auf das neue Jahr angestoßen. Meist gibt es noch ein Geschenk dazu.

 

Die beiden Enden haben den Sinn, dass ein Blick zurück ins alte und schon auf das neue Jahr geworfen wird. So blicke ich ebenfalls auf das alte Jahr 2018 zurück und hinein ins neue Jahr 2019.

 

Sehr dankbar schau ich auf das Jahr 2018. Randvoll mit Dankbarkeit für die wunderbaren Erfahrungen in meinem Beruf, mein vollbrachtes Tun. 

Mit Freude spüre ich hin zu allen Teilnehmer/innen: der Yogaausbildung, Yogakurse, Klang-Seminare, Einzelsitzungen und Kollegen/innen, Freunden, für das zugewandte Miteinander und Vertrauen, dass sie mir entgegenbringen. In diesem Sonnenjahr strahlten viele „Sonnenstrahlen“ von ihnen zu mir. (Natürlich auch in den anderen Jahren.)

 

DANKE von Herzen! 

 

Auch dafür, dass ich Angelegenheiten in mir freiließ, die nicht mehr zu mir gehörten. Für meine Familie, die wirklich immer für mich da ist. Vor allem sind wir füreinander da, mit unseren gegenseitigen zwischenmenschlichen Geschenken.

 

So widme ich die Weihnachts- oder Rauhnachtzeit und den Übergang in 2019 dieser tiefen Dankbarkeit und dieser sonnenhellen Freude.

 

Und freue ich mich auf ein neues Jahr 2019 mit den Aufgaben. Ich werde mich ihnen mit Offenheit widmen, auf all das hin, was sein wird. Nein, ich hege keine persönlichen Vorsätze, denn es wird sich zeigen, was sein will. Das, was noch nicht erledigt ist, fließt ohnehin mit ins neue Jahr.

 

Wechsel

 

Es fängt nicht alles neu an, das

- Getane

- Angetane

- Nichtgetane

- Vertane

wechseln mit uns das Jahr.

 

Der winzige Schritt des Zeigers

vom alten Namen zum Neuen

löst Äußeres ab.

Du und ich lernen schnell

die gewechselte Zahl.

 

Den Wechsel zu lernen

der Leben gibt,

steht täglich bevor.

 

~ nach Christa Peikert-Flaspöhler ~

 

Dir, deiner Familie und jenen, die dir begegnen, wünsche ich ein kraftvolles Jahr 2019, auf das du am Ende mit der Fülle von Dankbarkeit schauen kannst. Was auch immer geschieht, es dient den eigenen Werden und der Entwicklung.

 

 

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