Mittelpunkt Mensch am Kraftort Eifel - Zentrum für Lebensfreude -
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Juni - Voll hinter dir stehen

Ein wenig spielen im Fotoprogramm ergab das Thema des Monats Juni – voll hinter dir stehen J.

 

Kennst du das? Du triffst eine Entscheidung und dann kommt es: Das schlechte Gewissen oder die Stimmen, die sagen kannste doch nicht, geht doch nicht … und so weiter. Das sind meist die Stimmen, die wir von Kindheit an übernommen haben und die gar nichts mit unserer eigenen Haltung zu tun haben.

Wie oft treffen wir nicht die eigene Entscheidung, sondern die der anderen. Oder entscheiden uns gar nicht. Das „Gewebe“ dahinter ist häufig eine Angst, nicht anerkannt zu sein. Und wenn wir aus Furcht keine Entscheidungen treffen, fühlen wir uns gar schwach, ausghölt, gelähmt oder leer. Wir verbieten uns das Mitspracherecht für unser eigenes Leben, werden zu dem, was wir mit uns geschehen lassen. Häufig geben wir dann die Schuld für unsere Konflikte anderen Menschen oder Situationen, statt die Verantwortung für unsere Entscheidung zu übernehmen.

Wenn wir hingegen voll hinter uns stehen, wirkt das Leben kraftvoll und geglückt. Dies setzt im neuronalen System das Glücksgefühl frei, das wir unser Leben selbst in Form bringen. Dass wir eine starke Persönlichkeit sind. Davon wollen wir doch gerne mehr oderJ

Wenn wir voll hinter uns stehen, sind wir nicht mehr Opfer einer Situation, sondern ein/e Gestalter/in. Wir leben von innen, aus dem Herzen heraus, in die Welt hinein. Denn in uns ist die Instanz verankert, die wir wirklich sind. 

Wer "ich" bin, ordnet sich durch kraftvolle Entscheidungen, die ich treffe, wenn ich, voll hinter mir stehe. Denn meine Handlungen gehen aus meiner inneren kraftvollen Intanz hervor.

Wir kommen „ohne Gesicht“ zur Welt und sind selbst dafür verantwortlich, die Konturen unseres "Gesichtes" selbst zu prägen. Entscheidungen, die wir treffen oder auch nicht, formen uns.

Darüber hinaus formen wir uns im WIE der Entscheidungnen. Wir können sie liebevoll treffen, sind dann in unserer Kraft oder auch aggressiv, und handeln aus der Schwäche heraus. Dann jedoch stehen Ärger oder eine Wut wie eine Wand vor uns selbst. Die Kraft einer Entscheidung wird dann verborgen oder geht womöglich verloren.

Darum lebe deine Freundschaft zu dir selbst, in dem du liebevoll hinter dir und deinen Entscheidungen stehst, selbst dann noch, wenn sie einmal „falsch“ zu sein scheinen.

Mai - Denke „groß“ von Dir – Die Geschichte vom kleinen Korb

 

Ein alter Mann schleppte regelmäßig jeden Morgen zwei Körbe zur Wasserstelle, um das Wasser für den Tag zu holen. Er lief dazu einige Kilometer und trug einen großen Korb über seiner linken Schulter, der intakt war. Und er hatte auf seiner rechten Schulter einen kleinen Korb, der ein kleines Loch hatte. Und so kam es, dass dieser Korb immer nur halb voll im Haus des Mannes ankam.

Dies betrübte den kleinen Korb sehr. Wollte er doch auch dazu beitragen, dass genügend Wasser im Haus sei. Eines Tages klagte er dem großen Korb sein Leid, weil er es als unrecht sah, dass er nicht die volle Leistung erbringen konnte.

Der große Korb hörte aufmerksam und mitfühlend zu. Doch er hatte auch nicht wirklich eine Lösung für das Problem des kleinen Korbes. Und so nahm der Mann am nächsten Morgen wieder seine beiden Körbe auf seine Schultern, und trug sie zur Wasserstelle. Wieder füllte er beide auf und trug sie nach Hause. Der große Korb behielt sein Wasser natürlich. Und er sah, dass der kleine Korb immerzu Wasser aus seiner undichten Stelle verlor und die Erde benetzte.

Da wurde der große Korb sehr nachdenklich und fragte den kleinen Korb: „Du kleiner Korb, was siehst du auf der Seite des Weges links von mir“. Schon frustriert und traurig antwortete der kleine Korb etwas mürrisch: „Was soll da schon sein – Steine, Sand und sonst – nichts.“

„Und“, fragte der große Korb weiter, „was siehst Du auf der rechten Seite des Weges“. Der kleine Korb schaute sich um. Erstaunt erwiderte er: „Büschel von Gras, wunderschöne bunte Blumen, Schmetterlinge, Bienen -“, zählte er auf und hielt mit seiner Aufzählung inne. Denn ihm wurde bewusst, dass er mit seinem Wasser die Erde benetzte und an dieser Stelle die Pflanzen wunderschön wuchsen und den Tieren Nahrung gaben.

~ Verfasser unbekannt ~  

April – Liebe schenkt Freiheit
Liebe in Freiheit – auch das ist herzenswarme Freundschaft zu dir und zu anderen. Wie das gelingen kann? Erwartungen sind meist Stolpersteine auf dem Weg einer Freund-, oder Partnerschaft.
Suchen wir d e n perfekten Menschen für unser Leben, geschieht, in der Regel völlig un-bewusst, dass wir den oder das hinzufinden wollen, was uns an Veranlagungen in uns selbst zu fehlen scheint. Wir möchten in einer Beziehung genau die Anteile hinzufügen, die unserem Inneren fehlen, um uns selbst ganzheitlicher zu erleben. Die Sehnsucht nach gemeinsamer Entfaltung klingt in uns. Womöglich wiegen wir uns nur gemeinsam in Sicher-heit. 
Übersehen wir etwa, dass es d i e 100%ige(n) perfekte(n) Partner oder auch Kollegen, Familie, Freundinnen überhaupt nicht gibt? Jede und Jeder trägt eine reiche Vielfalt eines so-seins in sich oder will sie als Kind entfalten. Im eingeengten Raum, kann diese Vielfalt nicht leben. 
Und ich verrate dir was - die Erwartungen an andere Menschen, sind von ihnen ohnehin bei weitem nicht zu erfüllen.  Die Erfüllung ist immer nur ein Stückwerk, auf Zeit ange-legt. Dann tauchen neue Erwartungen an das Gegenüber auf, die wiederum erfüllt werden wollen. Eine sich weiter nach oben bewegende Spirale.
Die Idee von Sicherheit im Gegenüber ist eine „Scheinsicherheit“. Vollkommende Sicherheit gibt es nicht. Das Leben in seinem Reichtum an Beziehungen ist immer ein Abenteuer. Eine Reise ins Unbekannte, wie das ganze Leben. Jeder neue Morgen ist ein Gang ins Unbe-kannte. Was ganz sicher ist – das Leben ist Bewegung und ohne diese kein Wachstum. 
Letztlich geht’s es um die Frage, in wie viel Wertschätzung mein Gegenüber anders sein darf, als ich es erwarte. Denn das Anders-Sein möchte einen Lebensraum haben. Liebe ist kein Vorrecht, andere zu besitzen. Erwartungen an andere sind wie besitzen wollen. Doch - niemand wird dir gehören und niemandem gehörst du. Du kannst Wünsche äußern, in der Freiheit, dass dein Gegenüber sie nicht erfüllen ‚m u s s‘.
In der Freundschaft mit dir selbst, kannst du auf die „Reise“ gehen zu deinem tiefen Inneren. Du kannst finden, wessen du so lebenswichtig bedarfst und dir selbst das sein, was du suchst. Du kannst finden, wer du wirklich bist. Du kannst dir selbst erfüllen, was du dir sehnlichst wünschst.
In deinem Herzen - ist deine allerwichtigste Botschaft. Wie ein Juwel liegt sie in dir. Nur du kennst den Schlüssel, der zur Tür der Schatzkammer deines Herzens passt. Du darfst die Tür für andere verschlossen halten oder sie hereinbitten in einen gemeinsamen Raum. Dann, wenn du es willst und nicht, weil du es jemandem „schuldest“ oder andere dir. 

Du hast den Schlüssel in der Hand, die Tür deiner Schatzkammer zu öffnen

– in Freiheit - in Liebe. 

 

März 

Die Liebe

Durch einen Impuls eines Kollegen sinnierte ich ein wenig über die Liebe. Liebe ist ein viel gebrauchtes, großes, manchmal auch geplagtes Wort. „Ich liebe dich“, „ich mag dich“, ist leichthin gesagt, wenn Beziehungen, Kinder, Freunde, Kollegen so „ticken“, wie „ich“ mir das vorstelle. Liebe wird in den verschiedenen Lebenssituationen in einer je anderen Dichte gelebt. Freundinnen und Kollegen empfinden Sympathie füreinander, Paare, Eltern und Kinder kommen sich noch näher.

Gelebte Liebe drückt sich oft viel weniger in Worten aus, als viel mehr in Gesten von Verständnis, Nachsicht, Rücksicht, Mitgefühl, Güte, Freundlichkeit, Höflichkeit Anteilnahme, Respekt, Duldsamkeit, Taktgefühl, Vertrauen und ganz stark darin, dass wir andere Menschen so annehmen, wie sie sind.

Dass Liebe gelebt wird, geht „nur“ mit unserem Zutun. Denn durch den von Stress belasteten Alltag können unsere Haltungen zum Gegenüber rasch „kippen“. Dann nervt genau das, was wir einst bezaubernd fanden. Meist ein Zeichen, dass sich im Hintergrund eine andere Stimmung breitmacht. Und schon springen unbewusste automatische Verhaltens-Muster einfach an, die Streit oder eine (manchmal stillschweigende) Entfernung im Miteinander bewirken können.

Der griechische Philospoph Epiktet (1 Jh.) sagte damals treffend: Nicht die Dinge oder Ereignisse an sich beunruhigen uns, sondern die Einstellungen und Meinungen, die wir zu den Dingen haben.“  

Damit will er sagen, dass hauptsächlich die Bewertungsmuster zu inneren und äußeren Konflikten führen. Wir haben in der Kindheit und in der Gesellschaft erfahren, wie gelebt wird, wie die Freunde, der Partner, die Partnerin zu sein haben, welche Rolle er oder sie zu füllen hat und wie das zu geschehen hat. Meist entstand ein Verhaltensmuster aufgrund der Bewertungen, die wir uns von den Eltern, die unser Vorbild waren abgeschaut haben. Ganz unbewusst, wurden diese Muster zur persönlichen Wahrheit. Doch jedes Familiesystem hat so seine eigenen Wahrheiten. J Und diese kollidieren ab und an mit denen eines anderen Systems.

Gerade dann, wenn sich Konflikte zeigen, ist das die Hingucker-Chance zu überprüfen, ob die eigenen Meinungen oder Wahrheiten, tatsächlich stimmen. Es gibt da einen großen Reichtum an Möglichkeiten, das Miteinander zu gestalten, denn keine dieser übernommenen Wahrheiten sind in Stein gemeißelt.

Es braucht in der Regel gar nicht viel, um sie aufzuspüren. Nur Achtsamkeit und hinschauen. Dann kann eine Neucodierung der eigenen Bewertungsmuster, die im Weg stehen, vorgenommen werden. Die Beziehungen werden oder bleiben frisch, freudig und glücklich.

Meist hilft es, neutral zu bleiben und es entsteht Raum für neue freundliche Meinungen, für das, was „mein“ Gegenüber wirklich bewegt. Auch ohne Wut im Bauch, kann ich verändern, was nicht in Ordnung ist.

Erich Fried verfasste hierzu das einfach und leicht anmutende Gedicht:

Was es ist
Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.

Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist so „einfach“, sagt die Liebe. Denn die Liebe bewertet nicht. Sie ist einfach da. Die scheinbar in Stein gemeißelten Ansichten weichen auf, und Neues „wächst“. In der Liebe zu sich selbst und zu anderen.

Denn – es ist, was es ist nur nicht immer das, was „ich“ voraussetze oder vermute J.

 

Februar


Wenn du den Impuls des Monats Januar gelesen hast, fragst du dich vielleicht: „Wie soll denn das gehen, herzenswarme Freundschaft mit mir selbst?“ Nun, es ist im Grunde ganz leicht. Du kennst es, dass wir mit anderen Menschen häufig recht liebenswert umgehen. Und Freundschaft mit dir selbst gelingt leicht, wenn du dir einfach mal was Gutes gönnst. Einen Blumenstrauß, einen Saunabesuch, der zufrieden und froh macht.

Freundschaft mit dir selbst fällt jedoch meist dann schwer, wenn Situationen entstehen, in denen das Leben nicht so funktioniert. Wenn wir über uns selbst stolpern, verwirrt über uns sind, Trost bräuchten und so weiter. Dann fällt es oft sehr leicht, uns selbst abzuwerten. 

         Warum habe ich … dies nicht geschafft, … sind die anderen immer besser, als ich, … wieso kriege grade ich das nicht hin und viele Argumente mehr, die uns selbst abwerten, statt uns so zu akzeptieren, wie wir sind. Vielmehr verlangen wir Mitgefühl, Wertschätzung, Nachsicht von Menschen unseres Umfeldes. Häufig bekommen wir dies dann jedoch nicht. Auch im Umfeld geht es zu oft ums reine Funktionieren.

Wertschätzen dich andere und du selbst DICH nicht, führt es unweigerlich dazu, dass deine innere Stimmung geradewegs wie ein Thermometer in eisigen Zonen sinkt. Zu all dem, das nicht gelungen ist, kommt nun noch die Abwertung deiner selbst. Und macht die Lage nur noch bedrückter.

Freundschaft mit dir selbst agiert allerdings genau gegenteilig. Sie ist Selbstwertschätzung, Nachsicht, ein tröstender mitfühlender Gedanke – in jeder Situation.

„Wo kommen diese Abwertungen denn eigenltich her?“, magst du womöglich fragen? Meist kommen sie aus automatischen Reaktionen, die wir schon seit der Kindheit gelernt haben. Wir glauben von uns, was und wie wir sind. Daher werden sie Glaubenssätze. Sie entstehen und entstanden, weil wir häufig glauben gemacht wurden, dass wir

  • nicht o.k. sind, wenn wir Fehler machen,
  • dass wir nur bei Leistung geliebt werden,
  • dass weder wir, noch andere o.k. sind, wie sie sind 

    und viele andere Glaubenssätze mehr.  

Wenn du dich umschaust, dann hörst und siehst du viele solcher Verhaltensweisen. Sie reichen bis in die Werbung hinein. Zum Glück sind solche Gläubenssätze jedoch nicht in Stein gemeißelt. Von woher wir uns auch immer diese Glaubenssätze angeeignet haben, als Baby hatten wir sie nicht! Wir wurden mit dem Gefühl unseres unvergleichlichen Wertes geboren und haben uns diese abwertenden Glaubenssätze antrainiert, bzw. haben wir sie in unserer Umwelt gelernt. Sicher nicht absichtlich. Wer mag sich und andere in Wirklichkeit schon abwerten. Alle sehen sich danach, glücklich zu sein. Es geschieht meist nur aus Unbewusstheit, wie ein Film, der wieder und wieder abgespult wird. Die Welt ist voll davon. Doch das kann ein/e jede/r für sich ändern. Du kannst den Automatik-Film anhalten und das Drehbuch deines Lebens neu schreiben. Du bist der Regiesseur deines Lebens selbst.

Du kannst dir immer wieder das Gegenteil von dem sagen, wenn du dich klein machst und wenig freundschaftlich mit dir selbst bist. Hier nur einige Beispiele:

  • Ich fühle mich nicht liebenswert – ich akzeptiere mich wie ich bin und meine Vergangenheit, wie sie war.
  • Ich fühle nicht gut genug – ich bin wert und baue mein Potenzial aus.
  • Ich mache ja eh alles falsch – ich übe achtsam und bin präzise.
  • Ich möchte alles perfekt machen – ich gebe mich hin, nehme an, was ich schon kann. Darauf baue ich auf und lerne Neues.
  • Ich darf Fehler machen, sie bringen mich weiter auf dem Lernweg!
  • Einen alten Baum verpflanzt man nicht – ich habe ein Leben lang das Potenzial, mich zu verändern. 
  • Andere sind nichts wert – jedes Wesen hat seine unvergleichliche Würde.
  • „Ich bin wert, alleine deshalb, weil ich lebe. Wert ist mein Geburtsrecht!“

    Du kannst deine neuen Leitsätze, wie immer sie auch sein mögen, in eine Atemmeditation einbinden.

    Beobachte deinen Atem. Heiße ihn willkommen wie einen Freund, eine Freundin. Lass ihn vollständig gehen und beobachte, wie er freiwillig, vollständig und gerne zu dir zurück kommt. Fühle seine Zartheit und seine Kraft. Lass dich durchströmen und erfrischen. Gib deinem Atem das mit, was du nicht mehr benötigst. Und dann atme ein, was in dir Wirklichkeit werden will. Atme es in jede Zelle deines Körpers, bis du es am ganzen Leib spürst, dass du wert bist. Dies wirkt in einem/r jedem/r von uns, als würden wir uns selbst in den Arm nehmen. Es macht um ein vielfaches glücklicher und zufriedener. Mag sein, dass es sich so anfühlt, wie das Erblühen der Blumen, von denen die ersten sich schon zeigen – voller Lebensenergie. Denn im Grunde bist du diese Lebendigkeit selbst.
     
    Freundschaft mit dir selbst ist die Entdeckungsreise zu deinem inneren Wert. Zu der Person, die wirklich bist. Statt dem zu „glauben“, was die Glaubenssätze dir „zuflüstern“.  

Du hast immer eine Wahl, die Person zu sein, die du wirklich bist.

Du hast die Wahl, dir zu sagen: „Ich bin ein Geschenk und perfekt, so, wie ich bin. 
         Es ist schön, dass es mich gibt. In mir schlummert so viel Größeres, als ich von mir

glaube. Und dahin entwickle ich mich. Es ist gut, dass ich hier bin.“ 

Viel Spaß bei deiner Entdeckungsreise der Freundschaft zu dir selbst.

 

 

Januar 2018

Jetzt sind wir inmitten des Winters, doch die Tage werden wieder länger, das Licht nimmt zu. Oft höre ich, „die Tage verlaufen im Januar echt nur zäh“. Woran mag das liegen, dass sich die Zeit langsamer anfühlt? Weil wir uns schon nach dem Frühjahr mit seiner Wärme und Helligkeit sehnen und es kaum abwarten können? Weil das Winterprogramm – nach Weihnachten - getrost beendet werden kann? Was brauchen wir da noch den Winter?

Womöglich liegt es daran, dass die sich Zeitqualität verändert hat. Die vielen Aktivitäten, die sich vor den Festtagen anhäuften, haben nun ein Ende. Es scheint mehr Zeit da zu sein, die gefüllt, vielleicht auch gefühlt werden will.

Was machen wir nun damit? Aushalten? Durchhalten? „Flüchten“ in die Aktivität des Alltags, weil wir die dunkle Zeit nicht mögen?

Gerade jetzt innehalten, kann sich so anfühlen, als mache sich Einsamkeit breit. Einsamkeit, die zugleich die Stille in sich birgt. Die Natur ruht nun, schließt grade eine Art Freundschaft mit dieser Stille. Und schöpft Kraft daraus, die im Frühjahr manchmal regelrecht in Blütenreichtum explodiert.

Hat uns die Natur vielleicht etwas mitzuteilen? Kann ich, kannst du, ankommen in der stillen Langsamkeit, die eine Qualität des Winters ist? Zu keiner Jahreszeit sonst ist dies möglich. Auch im Dunkel können wir ankommen. Und uns erinnern, dass wir aus dem Dunkel des Mutterleibs kommen, der als dunkle Höhle der Geborgenheit diente. Ein Platz an wir mit der ganzen Faser des Daseins erfuhren, aufs Sicherste verbunden zu sein. Aus dieser Erfahrung leben wir tagtäglich, ohne bewusst daran zu denken. In dieser Zeit waren wir mit der ganzen, auf unser eigenes Leben bezogenen Intimität verbunden. Wer weiß, fühlte es sich sogar an, wie Freundschaft zu uns selbst. Dunkelheit und Stille des Winters können uns daran erinnern.

Jill A. Moebius schreibt: "Ohne innere Stille kannst du den Klang der Welt nicht vernehmen. Und ohne Stille kannst du auch nicht hören, was dein Herz dir sagen will. Deshalb ist Stille sehr wertvoll. Stille ist der Schlüssel, der das Tor zu jener anderen Welt zu öffnen vermag." Der Welt in uns selbst.

So können wir, Freundschaft mit der Stille schließen. In der Stille auch mit uns selbst. Und im tiefen inneren Raum das Unbekannte finden, das nach Widerhall sucht. Denn „das Unsichtbare hungert danach, sichtbar zu werden.“ John O’ Donohue. Dort im Unbekannten liegt die Intimität der Freundschaft mit uns selbst schon geborgen.

Vielleicht kann 2018 die Intimität zu unserem eigenen Leben, die Freundschaft zu uns selbst (neu) aufscheinen, wie die Morgenröte nach einer dunklen Nacht.

Für das kommende Jahr wünsche ich dir (und mir) eine wunderschöne Feier der herzenswarmen Freundschaft mit dir selbst.

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