Mittelpunkt Mensch am Kraftort Eifel - Zentrum für Lebensfreude -
Mittelpunkt Mensch am Kraftort Eifel- Zentrum für Lebensfreude - 

Dezember

 

Zwei Gärten

 

Zum Abschluss eines Jahres in Herausforderungen, negativer Schlagzeiten, Ängste, …, eine Geschichte. Sie scheint auf den ersten Blick sehr schlüssig. Auf den zweiten Blick womöglich etwas zu harmlos im Blick auf die Ereignisse der Welt, zumindest aber nachdenkenswert. Zunächst die Geschichte, dann meine Gedanken dazu.

 

Ein Mann kam in ein Dorf, in dem, wie überall erzählt wurde, wunderschöne Gärten waren, große und kleine, vornehme und einfache. Der Mann, der mit seinem eigenen Garten nicht mehr zufrieden war, wolle sich in diesen Gärten einmal umsehen. Er ging zu dem Dorf. Am Eingang saß ein alter Mann, der weise aussah. Ihn fragte er, wie er es anstellen müsse, einen der Gärten zu besehen, um derentwillen das Dorf so berühmt sei.

 

Der alte Mann winkte einen seiner Söhne herbei, und dieser führte ihn in einen großen Garten. „Die Gartenpforte muss erneuert werden“, sagte der Sohn, als sie den Garten betraten, und zeigte auf einige unschöne Stellen. „Und diese Wege sind reichlich ausgetreten und müssen eingeebnet werden.“ Vor einem Rosenstrauch blieb er nachdenklich stehen: „Seht Ihr die Blattläuse? Er wird kaum überleben. Und das Gewächs dort hinten an der Mauer, es wird wohl auch eingehen. Die Wurzeln sind befallen und nehmen das Wasser nicht mehr auf. Wir können gießen, soviel wir wollen, es hilft nicht mehr.“ Der Sohn zeigte ihm noch manches, was nicht in Ordnung war. Es schien ein kranker Garten zu sein, und der Mann überlegte, warum man ihn gerade in diesen Garten geführt hatte. Enttäuscht berichtete er dem Alten vom schlechten Zustand des Gartens und fragte ihn, ob er nicht einen anderen sehen könnte.

 

Der weise Alte winkte einen anderen seiner Söhne herbei. Dieser führte den Mann in einen Garten, der ihm wohl gefiel. „Seht hier, diese Kletterrose“, sagte der Sohn und zeigte auf einen Bogen über der Gartenpforte. „Sie blüht das ganze Jahr. Es gibt keine andere Kletterrose, im ganzen Dorf, die so viele Blüten treibt. Und dort ein Mandarinenbaum. Er trägt die süßesten Früchte.“ Er gab dem Mann eine reife Frucht von köstlichem Aroma, die ihm wohl schmeckte. „Dieses Beet haben wir neu angelegt. Vor einigen Tagen haben wir die Samen in die Erde gesät. Es werden Blumen wachsen, große, weiße, mit starkem Duft. Die ersten Sprossen kommen schon. Seht Ihr sie? Und dort ist unser Brunnen. Schaut nur, wie tief er ist. Noch nie hat es uns an Wasser gefehlt.“ So zeigt der Sohn dem Mann den Garten mit all seinen Schönheiten.

 

Begeistert berichtete der Mann dem Alten von allem, was er in diesem Garten gesehen hatte, und bedankte sich. Der Weise lächelte nur und fragte: „Habt Ihr nicht gemerkt, dass Ihr in ein und demselben Garten gewesen seid?“ ~ nach Renate Schubert ~

 

Mir scheint, die Geschichte ist gar nicht so eindeutig. Sie kann so verstanden werden, dass ausschließlich das Positive zählt und die Sicht des Sohnes im ersten Teil der Geschichte die Falsche ist. Doch – können sich beide Sichtweisen gar ergänzen? Gehört beides zusammen?

 

Mir sagt die Geschichte, dass das Leben all die Schönheit reichhaltig gedeihen lässt. Die ausgetretenen Wege deuten darauf hin, dass viele daher gingen, die Schönheit des Gartens zu bestaunen. Und – es gibt immer auch das Hässliche, die ausgetretenen Wege, verfallene Wurzeln, die Schattenseite, wie manche Psychologen sie niennen. In der Welt, wie im eigenen Leben oder Inneren. Viele Menschen stellen jedoch oft zuerst die Schattenseiten in den Vordergrund. Die Schwächen, die Wut, schlechte Laune, Leistung, die nicht erbracht wurde, etc. etc. Und vergessen ist die Schönheit, die Pracht, auch in siche selbst.

 

Jede*r ist vollkommen wertvoll, mit allen Schwächen, die dazu gehören. Das Leben ist voller Schönheit. Wie ich selbst oft erfuhr, scheint sie auch in traurigen Situationen plötzlich und unerwartet durch. Jede*r kann aus der Schönheit des Lbens schöpfen. Aus dieser Kraft zugleich im Blick halten, was an Ausgetretenem, Alten ausgebessert oder verabschiedes werden will. Welche Möglichkeit gewählt wird, ist eine Entscheidung weit weg. Doch wisse zuerst:

                            Du bist wertvoll.

 

November 

 

Die bunte Bank

 

So wird sie per Etikett an der Rückenlehne bezeichnet. Wenn diese Bank die Wanderer nicht zum Ausruhen einlädt? J In der Regel sind die Holzbänke im Wald in braunen oder verwitterten Grautönen zu sehen, zudem meist aus schweren Baumstämmen gezimmert. Diese ist aus einem animierenden Material- und Farbenmix. Zum Ausruhen und sinnieren ließ ich mich einladen, über den bunten Herbst, seine vielen Früchte, deren Ernte bald eingebracht ist. Und das bisherige Jahr. Ja, es war bunt, nicht nur an Früchten, sondern bei vielen an (schmerzlichen) Ereignissen, nicht alleine, weil ein Virus um sich greift. Für manche grau oder gar schwarz. Mehr als alles, wünsche ich jenen, dass das Leben (wieder) bunt ist. Kaum ein Jahr fordert die Allgemeinheit so auf, aus der Komfortzone zu steigen. Daneben gibt es ja auch noch die ganz privaten Herausforderungen.

 

Meine „Ernte“ in diesem Jahr, für die ich sehr dankbar bin, ist recht bunt. Die Dankbarkeit generell ist für mich eine Lebensfarbe, die mir wieder und wieder hilft, dunkle Zeiten bunter anzustreichen. Natürlich bin ich in meinem Beruf auch betroffen von den Maßnahmen, die in diesem Jahr getroffen werden müssen. Ja, sie sind manchmal mehr als nervig und manche politische Entscheidung macht mich wütend und traurig. Doch im Gesamten kann ich sagen: „Es war gut so, wie es bisher war“! Auch werde ich mich nicht meiner grundsätzlichen Dankbarkeit berauben, ob des neuen Lockdowns. Und u. a. bin dankbar für das sehr empfehlenswerte Buch, des Neurowissenschaftlers Dr. Gerald Hüther: „Wege aus der Angst“, der die diesjährige Situation sehr fachlich anschaute und begleitete und eine bunte Palette bietet, die Angst zu verwandeln.

 

Sehr dankbar bin ich, dass alle Teilnehmenden sich positiv auf die unsichere Situation einstellten, zumal sie als Betroffene selbst von Lockdowns betroffen sind. Gerade in den Begegnungen war die Ernte reichlich. Liebevolles Miteinander, Rücksicht, Verständnis füreinander, Wachstumsprozesse in Seminaren, im Yoga, lehrreiche Gespräche und Situationen für die Teilnehmenden oder mich. Gerne wachse ich durch diese Erfahrungen und sehe andere ebenso gerne neben mir wachsen. Kraut das dem Wachstum entgegenwirkt, muss ebenfalls gerupft werden, auch im inneren Garten. Grenzen braucht der „Garten“, damit er nicht überwuchert.

 

Die Umstände sind für viele äußerst aufreibend. Jeder ist jedoch mehr als die Umstände. Viel mehr! Zur Buntheit des Lebens gehören die Sicherheiten ebenso, wie die unsicheren Umstände oder die Stillstände. Vielleicht sind wir Stillstände in der schnelllebigen Zeit nicht mehr gewohnt. Stillstand kann manchmal auch die Bewegung sein (Pierre Stutz).  

Bewegung im Stillstand

 

Echtes Leben gebiert sich,

nicht nur durch entschiedene Klarheit.

Sondern auch in Zeiten,

der verunsichernden Unentschlossenheit.

 

Echtes Leben ereignet sich im

wohlwollenden annehmen

der Zeiten des Zweifels und der

Verschwommenheit.

 

Echtes Leben entfaltet sich

im vertrauensvollen Erahnen

der Bewegung im Stillstand.

 

In diesem habe ich mich noch mal zurückgelehnt – auf meiner inneren bunten Bank – suche neue Ideen, mit dem Schrecken des erneuten Lockdowns umzugehen.

 

Zum Schluss ein Gedanke von Dr. Gerald Hüther: „Das Leben ist nicht kontrollierbar. Das ist ein Wahn, dem wir da Folgen, dass wir glauben, wir könnten alles unter Kontrolle kriegen und könnten alles beherrschen. Auf so eine Idee kann man eine Zeit lang kommen, aber bitte nur solange, bis einem das winzigste Lebewesen dieser Welt lehrt, dass es nicht geht.[...] Stellen Sie sich eine Zukunft vor, wie die sich jetzt hier andeutet, wo wir alles kontrollieren, alles beherrschen [...].

Wissen Sie, was das ist? Das ist der Tod! Wenn keine Zufälle mehr auftreten können. Wenn es nicht Leid und auch Glück immer wieder geben kann, weil das Leben so ist. Dann brauche ich nicht mehr zu leben, dann kann ich einfach wie eine Maschine durchackern, dann werde ich ein Automat. Und das möchte ich nicht, dass wir so eine Gesellschaft werden und deshalb wäre es mein Wunsch, dass wir uns gegenseitig ein bisschen Mut machen, dass dieses Leben nicht dazu da ist, dass man es kontrolliert.“

 

Ich wünsche uns allen regelmäßige Ruhe-Zeiten auf – der bunten Bank.

 

 

 

Oktober 

 

Lama-Mut

 

Sind sie nicht allzu putzig, diese freundlichen Alpakas, mit ihrem Struwwelkopf und dem scheinbaren Lächeln im Gesicht. Ihr „Outfit“ reizt zum Dauerkuscheln.

Kürzlich war ich bei einer Lama-Alpakawanderung, bei der sie an der Leine geführt werden. Ich sehe solche Events sehr kritisch, erst recht nachdem ich dabei war. Doch das soll hier nicht vorrangig das Thema sein. 

Der Besitzer, für die Tiere das „Herden-Leittier“, meinte wohl, wenn wir sie zum Gehen bewegen wollen, sollen wir kräftig an der Leine ziehen. Gesagt getan, die „Autorität“ will ja auch leben… Den meisten Tieren gefiel dies nicht. Mit Mut, zeigten sie sofort was sie wollen, stemmten sich kräftig in die Vorderhufe und zogen (uns) einfach zurück J, zeigten uns, dass es nicht um unseren Spaß geht, sondern sie erfragten sich den gebührenden einfühlsamen Respekt. Und … sie hören lieber auf ihr Leittier. Dann lief es von alleine. Also, war es dran, den Tieren ihren gewissen freien Lauf zu lassen. Sie sind schließlich keine Stofftierchen, die wie auf Rädchen hinterhergezogen werden. Diese „menschliche“ Reaktion der Tierchen war Stoff für den Oktober-Impuls. J  

An der Leine geführt zu sein, nein, das wäre mir absolut nicht passend. Und zöge noch jemand kräftig in die Richtung, in der er mich führen will, dann ist mir dies ebenso unangenehm. Würde jeder, der mich putzig findet, mit mir kuscheln wollen, dann verpasste ich ihm, wie die Tierchen es manchmal tun, einen ganz herzlichen „Tritt“. 

Sind Menschen nicht ein wenig wie Alpakas und lieben die Freiheit? Kinder, wie Erwachsene? Wer ist schon gerne gegängelt und getrieben? Und doch läuft es in Beruf, privat oder in Beziehungen häufig so. Es wird bevormundet, die Meinung aufgezwängt und in eine Richtung gedrängt. Es braucht viel „Immunität“, um sich davon nicht „infizieren“ zu lassen. Nonkonform sein, ja, das gefällt mir.

Doch wie sieht es damit aus, mich selbst zu gängeln oder anzutreiben. Die Psychologie spricht vom inneren Antreiber. Und der spricht seine Sprache manchmal sehr laut. Wir brauchen ihn einerseits als Antrieb zum Leben. Doch viel zu häufig zerrt er recht ungesund an der Leine. „Ich könnte, müsste, sollte…  -  wenn ich nicht bis heute Abend fertig bin…  -  es kommt Besuch und die Fenster sind nicht geputzt…   -   was denkt denn meine Nachbarin, wenn ich die Dinge so und so umsetze“, um wenige Beispiele zu nennen. Häufig sind diese inneren Stimmen nicht bewusst. Auch nicht, wenn es um andere Themen geht. Sie sind erlernt, für selbstverständlich übernommen worden, laufen einfach ab und schaden oft mehr, als sie nutzen, bis hin zum Burnout. Erst, wenn es in Krisen brennt, wird die Reißleine gezogen. Doch dazu muss es nicht kommen. Jede/r kann jederzeit liebevoller mit sich umgehen und aufhören, an sich oder anderen zu zerren. 

Frei laufen heißt für mich beispielsweise, dass ich:

  • aufhöre, zu gehorchen (mich zerren zulassen), stattdessen für mich einstehe
  • mir selbst Schutz und Rückendeckung gebe
  • die Eigen-Erwartungen auf das mir gerechte rechte Maß lege
  • beobachte, statt auf alles in der Welt zu reagieren
  • meinen Seelenfrieden bewahre, wenn äußere Ereignisse Angst und Zwietracht bringen
  • nicht alles für wahr halte, stattdessen meine Intelligenz anwende
  • aus dem Herzen handle und dennoch klar den Kopf einschalte
  • aufhöre mich zu schämen oder Schuldgefühle zu haben
  • das Gewissen als Kompass sehe, denn es ist weder gut, noch schlecht. Es dient der Liebe.
  • unperfekt bin und mein „Ein und Alles“
  • meine Tiefs akzeptiere und mich verwundbar zeige

und aufhöre dem Leben vorzuschreiben, wie es zu laufen hat. Wenn ich zu sehr an des Lebens Leine reiße, stemmt es sich ohnehin gegen mich. Lebe Dein Leben und gib dich und andere frei. Dazu braucht es manchmal Lama-Mut.

September: 

Glücklich sein  ist … mit Gummistiefeln durch die Pfützen laufen

 

Im letzten Beitrag bezeichnete ich mich als glücklichen Menschen. Viele, die ich kenne, erlebe ich ebenso. Heißt dies nun, dass sie oder ich permanent mit einem Lächeln durch die Welt gehen. Nein, garantiert nicht. Auch „uns“ trifft das Leben, so wie es ist und dazu gehören die schweren, schmerzlichen, traurigen, ärgerlichen Zeiten ebenso dazu, wie die freudigen und federleichten. Es heißt auch nicht, dass ich mir nichts zu Herzen zu nehme. Und ich bin richtig gut darin zu meckern, wenn mir was nicht in den Kram passt J. Über diese Grenzen hinaus schaue jedoch tiefer, was eine Situation mir sagen will oder wo ich mir im Weg meines Glücks stehe. Ich kann sehr viel selbst dazu beitragen, aber manipulieren lässt sich Glück nicht.

 

Die Weisen aller Kulturen sagen, dass Glücklich sein unser Geburtsrecht ist. Und dies mit der Betonung auf SEIN und nicht auf HABEN. Manche religiösen Institutionen hingegen verlegen diese Erfahrung auf eine Zeit nach dem Tod. Da stimme ich persönlich gerne den Weisen zu, die allerdings auch erfuhren, dass es nicht ohne eigene Anstrengung oder womöglich Veränderung der Lebenseinstellung geht.

 

Es gibt unzählige Ideen, was Glück ist. Dazu gehört die große Liebe ebenso, wie die Erfüllung von Bedürfnissen oder Wünschen. Glückliche Beziehungen wollen, wie ein Feuer, am Brennen gehalten werden. Und dafür, dass Wünsche erfüllt werden, muss manche Arbeit geleistet und oft Geduld aufgebracht werden. Es gibt Studien, die ermittelten, dass Menschen dann am glücklichsten sind, wenn sie eine Herausforderung gemeistert haben, wenn sie im Mitgefühl sind und nicht, wenn sie viel besitzen.

 

Die Weisen erfuhren allesamt in ihrem Leben, dass Besitztümer, finanzieller Reichtum, etc., nicht das wirkliche Glück sind (vielleicht ist da was dran J). Sie sind äußerst angenehm, lassen vielleicht ruhiger schlafen, machen aber meist kurzfristig glücklich. Und - sie sind allzu vergänglich. Ist ein Wunsch erfüllt, treten Befriedigung oder Ruhe ein. Bald schon treten neue Wünsche auf und wollen Befriedigung. Diese Spirale ist nach oben hin offen. Dennoch können wir kein Leben ganz ohne Wünsche kreieren. So würden wir uns niemals entwickeln oder den richtigen Beruf ergreifen. Innere Ruhe entsteht durch die Balance zwischen SEIN und HABEN-Wollen und aus dem Inneren.

 

Ich erlebe Menschen, die durch Lebens-Ereignisse wahrhaft durchgerüttelt wurden. Die dennoch tief glücklich sind. Haben sie gelernt, dass Glück ein zeitloser Schatz ist? Wissen sie, dass Glück genährt werden will? Sie meistern ihre Krisen und tragen eine Zuversicht in sich, wie ein festes Fundament.

 

Glücklich sein ist wie ein Abenteuerweg mit unvorhergesehenen Wendungen, Triumphen, schmerzlichen Erfahrungen. Zum Glück gehört eine innere Freiheit. Die in sich schon glücklich macht, aber auch kultiviert werden will. Ich bin nicht frei von allem, kann aber eine innere Freiheit zu etwas haben und die führt mich zur Freiheit von etwas. Ich nähre mein inneres Glück damit, dass ich sehr gerne nonkonform bin, aber nicht dafür auf der Straße demonstriere. Darüber hinaus durch:

  • Unabhängigkeit und für mich einstehen
  • Dankbarkeit, Freude und Zuversicht
  • Genießen meiner Lebensgeschenke
  • das Vogelkonzert eines heraufdämmernden Morgens
  • den Stimmen im Wind zuhören
  • Sonnenuntergänge hingerissen bestaunen
  • Genuss von Stille und Einsamkeit
  • tiefes Vertrauen, selbst in „dunkler Nacht“
  • unbeschwertes Lachen und
  • mit Gummistiefeln durch die Pfützen laufen

und derartiges mehr Glück ist (m)eine SEINS-Befindlichkeit. Es zu erleben, ist tief befreiend.

 

Fang Dein Glück ein und lasse es frei!

 

August - Wenn das Leben vom Tod und der Tod vom Leben „singt“

 

So ein ernstes Thema, mitten im Sommer, wo wir doch die Leichtigkeit leben wollen? Dennoch gehört es für mich auf meiner Seite der Lebensthemen dazu. „Etwas schräg, im August davon zu schreiben“, meinte meine Freundin.

 

Ich stimme ihr zu und genau deshalb jetzt das (für manche sehr gewagte) Thema, denn der Tod ist nicht wirklich nur ein Novemberthema. Sondern gerade in den letzten Monaten durch Covid 19 in den öffentlichen Medien mehr in den Vordergrund gerückt worden, als es im Allgemeinen üblich ist.

 

Ein bewusster Blick in die Natur macht mit täglich bewusst, dass alles Veränderung ist und niemand dem Sterben ausweichen kann. Hingegen wird in der Werbung ewige Jugend signalisiert. Schmerzfrei, beweglich und schlank bis ins hohe Alter, ist die Maxime der Medikamenten-Werbung. Trauer und Tod als Thema haben hier keinen Platz, und kaum im öffentlichen gesellschaftlichen Leben. Es sei denn, Angehörige oder Freunde sterben und dies wird mit einer Todesanzeige angkündigt. Ist es die Angst, die viele Menschen ausweichen lässt vor dem Thema?

 

Das Leben als solches ist zwar unendlich, aber dennoch gehört der Tod zum Leben dazu. So unausweichlich, wie Trauer um einen Menschen schmerzt oder schockt, wenn der Tod plötzlich und unerwartet oder in jungen Jahren eintritt. Lange schon mache ich mir dies (nicht alleine in Trauerbegleitungen) bewusst. Durch den Tod meiner Oma, Eltern, Angehörigen oder im Bekanntenkreis.

 

Auch ich hatte vor einigen Jahren für eine kurze Zeit Angst, weil es doch einmal zu Ende sein wird mit mir, und ich doch noch soooo viel vorhabe in meinem Leben. Mir ist bewusst, dass ich nicht weiß, ob ich den nächsten Atemzug noch atme. Dass ich den Tod anerkenne heißt nicht, dass ich nicht trauere, wenn liebe Menschen aus meinem Leben scheiden. Im Gegenteil, mir bleibt dieser Prozess nicht erspart. Aber ich lernte neu damit umzugehen!

 

Doch, wie kann ich trotzdem, ohne Angst, Lust aufs Leben haben? Weil es mir schon lange nicht mehr nur um Quantität von Lebenszeit geht, ich richte den Blick auf meine Lebensqualität. Und die mache ich nicht fest daran, wie viel Geld ich auf meinem Konto habe oder wie konsumorientiert ich bin, wo ich in Urlaub war, sondern wie viel mentale Lebensqualität ich habe. Ich beschäftige mich mit Fragen:

  • Wie lebendig bin ich in meinem Leben - vor dem Tod?
  • Wie lebe ich Qualität in der Familie, im Freundeskreis, in Beruf und mit der Natur.
  • Wie sehr kann ich im Hier und Jetzt Vertrauen leben, in diesem Augenblick?
  • Kann ich mein Leben so annehmen und akzeptieren wie es ist? Mit Höhen und allen Tiefen.
  • Lebe ich authentisch? Eine der für mich wichtigsten Fragen.
  • Entwickle ich mich weiter?
  • Verwirkliche ich mein Lebensziel und wie setze ich Selbstverwirklichung um?
  • Kann ich kostbare einfach Augenblicke genießen?

Im Blick rückwärts sehe ich allen Reichtum meiner vielen Lebensgeschenke, wieder und wieder in tiefer Dankbarkeit und Lebensfreude. Jeden Tag empfinde ich als geschenkten Tag. Seit meiner Geburt. Ich bezeichne mich als glücklichen Menschen auch, wenn ich manch Schmerzhaftes erlebte.

 

In der Natur sehe ich, dass Pflanzen die sterben, auch wieder neues Leben hervorbringen. Manche bleiben weg. In all dem habe ich das Vertrauen, dass etwas von mir weiterlebt. Ich nenne es Seele. Manche sagen dazu Selbst. Mein Leben, zu dem mein Tod dazu gehört, so zu sehen, ist und bleibt ein Werde-Prozess. Wie ich denke, bis zum letzten Atemzug. Denn Glücklich-Sein, will täglich neu trainiert werden. Um es mit einem Text von Ulrich Schaffer, dessen Frau von Demenz betroffen ist, zu sagen. Ein Text der vom Leben singt:

„Die Welt beginnt in uns

Einem tiefen Gesetz entsprechend werden wir zu dem, was wir ansehen. Wir werden das, was wir denken. Wir werden uns glauben, was wir sagen. Wir werden uns beweisen, dass stimmt, was wir glauben. Wir werden hören, was wir erwarten zu hören. Wir werden entweder verneinen, verachten, und verdammen, was wir nicht verstehen, oder davon herausgefordert, angezogen und fasziniert sein, entsprechende der Haltung, die wir in uns eingenommen haben. Wir werden tun, was wir als wichtig ansehen, vernachlässigen oder lieben, ermuntern oder entmutigen, handeln oder nur hinnehmen, hoffen oder verachten. Unsere äußeren Erfahrungen spiegeln unsere inneren Einstellungen.

Die Welt, die wir um uns sehen, beginnt in uns, in den Dingen, die wir glabuen und wertschätzen. Wir leben von innen nach außen. Darum wollen wir unsere Fantasie wie heiligen Boden betrachten und uns den Lebensenergien widmen. Dann wird auch von uns Kraft ausgehen, die erneuert, was verletzt wurde.

Nicht, was wir besitzen, aber was wir lieben können, nicht was wir ausnutzen, aber was wir fördern können, nicht was wir brauchen, aber was uns braucht, wird uns reich machen. Nicht was wir begreifen können, aber was darüber hinausgeht, nicht was wir manipulieren können, aber was uns noch berührt, nicht was wir aufbewahrt haben, aber das, wa uns lebendig macht, wird der zeitlose Schatz in unserem Inneren sein.“ ~ Ulrich Schaffer ~

 

Und dies über unser eigenes körperliches Leben hinaus. Denn die Spuren, die wir legen, werden, wenngleich in veränderter Form, weiterleben. Der Vater meiner Freundin hat dies wohl verstanden, als er ihr einst sagte: „Wenn ich mal sterbe, beerdigt mich und dann geht tanzen.“

 

Das mag sehr skurril klingen, aber er hatte eine solche Lebensfreude, sichtbar in seinem Gesicht geschrieben, dass er diese Worte wohl aussprechen konnte. Er meinte damit vielleicht, dass der Tanz im lebendig gelebten Leben stattfindet, "also tanze dein Leben". Ich empfand ihn mit seinem Leben im Einklang, in dem er schmerzlich den Tod seiner Frau und einiger junger Angehörigen zu beklagen hatte.

 

Wie sollte ich nicht gelassen bleiben, dass alles zu meinem Besten gereicht. Auch mein Tod. Denn in ihm ist Leben.

 

 

Juli – Sanfte Geschichten

 

Die Welt in der wir leben, die öffentlichrechtlichen und sozialen Medien zeigen häufig, dass diese Welt voller harter, aber leider auch wahrer „Geschichten“ ist.

 

Ein Journalist, (Teilnehmer meiner Semiare) sagte einmal zu mir: „Eine schlechte Nachricht, ist für einen Journalisten eine gute Nachricht“. Das spricht für sich.

 

Dementsprechend sind die Berichterstattungen vorrangig erst einmal schlechte Nachrichten. Gute Nachrichten sind scheinbar Mangelware. Dennoch brauchen wir die anderen Geschichten, die Zuversicht verbreiten.

Hierzu im Juli-Impuls einen kurzen Text von Ulrich Schaffer:

 

Sanfte Geschichten  

Wir müssen weiter

sanfte Geschichten erzählen,

auch, wenn die Welt härter wird

und die nächste Generation

eine schärfere Wirklichkeit fordert.

Die Klarheit wird uns nicht retten,

und nicht das Wissen vom Unheitl

oder der Statistik der Morde.

Unter allem, was wir gelernt haben,

tragen wir eine große Sehnsucht nach einem Ort

wo wir spielen können, wie früher –

wir haben ihn verloren

und sind aufgewachsen

in wilden beängstigenden Zeiten.

Wir sind zu zerbrechlich für die Welt,

die wir geschaffen haben.

~ Ulrich Schaffer ~

 

Die sanften Geschichten, wollen getan werden, damit Menschen davon erzählen können. 

Lieber heute, als morgen. 

 

 

 

Juni - Alles selbstverständlich oder was…?

 

Wie oft wird das Wort gebraucht, was ist gemeint, wird gesagt: „selbstverständlich gerne“.

Es ist damit gemeint: dauernd, gewiss, immer, allemal, sicher, freilich, selbstredend, sowieso. Und meist ist auch, dass alles Mögliche, was zu haben ist, selbstverständlich ist. Arbeit, Gesundheit zu haben, das Leben so zu leben, wie es grade ist, Geld zu haben, Haus überm Kopf und Freiheit zu haben, die Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Kleidung, Beziehungen haben, Freundlichkeit, Miteinander) zu stillen. Darüber hinaus sich noch den Luxus von Kinobesuchen, Tanzveranstaltungen, Urlauben und vieles mehr zu leisten. 

Die letzten Wochen zeigten, dass aufgezählte Selbstverständlichkeiten eben nicht selbstverständlich sind. Dass ich nicht arbeiten durfte, war eine Herausforderung, die in den ersten Wochen eher Luxus war. Eine Auszeit in Form von vorgezogenem Heimat-Urlaub an Orten, an denen niemand gefährdet ist (Wald und Natur gingen immer und stärken erwiesenermaßen das Immunsystem). Nach einer Weile verschlissen sich die Urlaubswochen, das Warten auf Öffnung der verordneten Maßnahmen begann, denn im Allgemeinen ist es so, dass jeder Mensch (auch ich) mit seiner Arbeit zum gesellschaftlichen Leben und dem persönlichen Lebensunterhalt beitragen ebenso möchte, wie sich Luxus zu gönnen. Ich brauche hier die s. g. Work-Life-Balance. Die Ausgewogenheit von Auszeiten und Arbeitszeiten. Und vieles von dem oben Aufgezählten war und ist (noch) nicht oder in gewohntem Maß möglich.

Viele hörte ich, die sich in ihrer Auszeit überlegten, was sie künftig abschaffen an Terminen, Konsum etc., um sich ein freieres Leben und mehr Zeit mit ihren Liebsten zu gönnen. Vor allem mehr Qualität im Miteinander. Auch in dieser Hinsicht wurde sichtbar, dass die Qualität im Miteinander noch zu wünschen übriglässt. Manche wurden beschimpft, weil sie keinen Mundschutz tragen wollen, andere weil sie es zu genau nehmen mit den Sicherheitsvorschriften. Dahinter steht auf beiden Seiten vermutlich die Angst. Angst vor Erkrankung, vor gefälschten Zahlen der Infektionsfälle, Angst vor Freiheitsentzug, weil nicht jeder in Eigenverantwortung entscheiden konnte, sondern per staatlichem Dekret dazu gezwungen ist.

Schon lange verzichte ich gerne in regelmäßigem Maß auf Konsum und auf jenes, was vielen selbstverständlich erscheint. Es macht mir zunehmend Spaß, die Freiheit zu spüren, die mir dies gibt. Also, merke ich, dass mir gar nicht so viel fehlt, wie ich zu Beginn vermutete. Schließlich waren meine Grundbedürfnisse immer noch im Übermaß gedeckt. Nun weiß ich auch, dass jede/r dies anders sieht, weil es anders erlebt wird, da auch die nicht mal Deckung der Grundbedürfnisse selbstverständlich ist. Vor allem nicht in den Ländern, in denen die Ärmsten der Armen leben. Darum an dieser Stelle Frage-Impulse, zu dem ich dich einladen möchte:

„Was ist selbstverständlich in deinem Leben? Was wird wirklich gebraucht? Wie viel Freiheit kann ein Loslassen all der Selbstverständlichkeiten schenken und damit sogar ein Mehr an Lebensqualität.“  

Für meine Teile war ich äußerst dankbar, dass ich meine Arbeit wieder leben durfte, zumal ich meinen Traumjob habe. Dankbar bin ich für die Erfahrung, dass lange nicht alles selbstverständlich ist, was ich als normal erlebe. (Womöglich ist die sogenannte Normalität ja auch ein Problem, denn vieles in der Welt wird dadurch zerstört.) Dankbarkeit ist eine meiner Kraftquellen, wenn mal nichts normal läuft, wie ein Licht, das aktiviert und Freude schenkt. 

         Sehr dankbar bin ich für die Lebens-Geschenke, die mir diese letzten Wochen brachten, die ich nie erhalten hätte, wären die Wochen nicht genau so, wie sie es jetzt sind. Denn nichts, aber auch wirklich gar nichts ist – selbstverständlich. 

 

 

 

 

 

Mai - Warten

 

Der Begriff ‚Warten‘ hat in den letzten Wochen eine neue Dimension bekommen.

Das Synonyme-Wörterbuch des Wordprogramms definiert

‚warten‘ so:

  • Abwarten
  • Verschieben
  • Anstehen
  • Hinhalten
  • Verlängern
  • Erstrecken
  • Dauern
  • Zögern

 

 

Sicher finden sich noch mehr Synonyme: auf die Uhr schauen. warten in Freude, Ungeduld, Schmerz und Trauer. Wie kann ich meine Wartezeit sinnvoll füllen. Wie treffend sind die Begriffe geworden in Zeiten mit Covid-19.

 

Also, das Warten hat zurzeit eine völlig neue Qualität bekommen. Anders als Warten auf einen Bus oder im Stau, was manche recht ungeduldig auf die Uhr schauen lässt, hat die Warteschleife, in der sich viele Menschen jetzt befinden, tiefschürfende Konsequenzen auf ihr berufliches, wie privates Leben. Viele Selbständige, Reisebrachen usw. warten zurzeit inständig darauf, dass der Lockdown gelockert wird. Meiner Klientel und mir hat Warten, nach mancher Entscheidung der Regierungen, die Dimension schmerzlicher Enttäuschung gebracht, da ich meinen Beruf liebe und weiß, wie sehr gerade jetzt Yoga und Entspannung gebraucht werden, um das Stress- und Angstlevel zu senken.

  

Großeltern, Eltern und Kinder sehnsüchtig warten auf die Öffnung der Kitas und Schulen oder darauf, dass sie sich wieder in die Arme nehmen können. Währenddessen werden in den sozialen Medien Kritiken in die eine, wie die andere Richtung laut. Manche freuen sich über die Vorsicht der Regierung. Andere wiederum kritisieren scharf die Verlängerungen der Beschlüsse, fühlen sich hingehalten ob der Dauer, bis die Lockerungen umgesetzt werden.

 

Für viele sind manche Beschlüsse nicht (mehr) nachvollziehbar, da so unterschiedlich, wie kreativ gehandhabt. Wer mehr dazu hören will und zu einer erweiterten Meinung, kann hier eine sehr gute Darstellung von Annette Sorg zur aktuellen Lage finden. https://www.nachdenkseiten.de/?p=60586

 

R. Niehbur betet: "Gib mir die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

 

Meine Zeit verbringe ich mit privater, dringend nachzuholender, Fortbildung, Arbeit in Haus und Garten. Mit der Entwicklung von Mut zu einem offenen Brief an die Regierenden, ja, und auch mit Freizeit. Ich schaue in der von außen erzwungenen Situation auf mich, reflektiere und wende vor allem meine Methoden an, die ich mit Teilnehmenden meiner Kurse und Seminare teile. So gleiche ich die Achterbahnfahrt von Emotionen auf ein stressreduzierendes Level zu möglichst viel innerer Gelassenheit. Denn diese Zeit wurde inzwischen alles andere als Urlaub für mich. Längst schon habe ich gelernt, dass aus einem Müssen-Modus ein Wollen-Modus werden kann. Das braucht, auch für mich, dauerhafte Übung einer Änderung der inneren Einstellung.

 

Warten wird zur Hoffnung und Zuversicht auf Veränderung. Viele haben in ihrer Warteschleife erkannt, dass ihre bisherige vermeintliche Normalität sie eher krankmachte. Sie wollen persönlich, wie gesellschaftlich Veränderung bewirken wollen.

 

Wohin willst Du Hoffnung und Zuversicht lenken, in dieser absonderlichen Zeit?  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

April - Meditation zur Vertrauensstärkung (20 min.) - gut mit Musik oder Klangschalen zu unterlegen.

 

In der aktuellen Situation ziehe ich den Impuls von April vor und lade dich zu einer Vertrauensmeditation ein. (Die allerdings nicht nur in Zeiten wie dieser gebraucht wird.)

‚Corona‘ bedeutet übrigens ‚Krönung‘. Die jetzige Zeit setzt vielem Schwierigen die Krone auf, das wir bisher erlebten. Umso wichtiger ist es, ruhig und in der eigenen Mitte zu bleiben, um sich nicht von der Angstwelle (Foto Sonnenuntergang am Meer) davonspülen zu lassen.

      Als Psychologische Beraterin schaue ich mir, nicht alleine die Nachrichten, des aktuellen Zeitgeschehens besonders kritisch an. Schon immer, und besonders in dieser Zeit, ist die Wortwahl und viele Inhalte vieler Tagesnachrichten oder diesbezüglicher Sonderberichte extrem angstmachend.  Diese Art der Berichte kritisiere ich scharf. Natürlich nicht die ruhige, unaufgeregte und gute Aufklärung!: 

 

Dr. med. Ingfried Hobert:

https://ethnomed.de/der-coronavirus-mit-diesen-10-geboten-werden-sie-die-krise-uberstehen/ 

       

      Es ist mehr als wichtig, diese Berichterstattungen der öffentlichen Sender und anderer Medien - Facebook etc. zu unterscheiden. Denn das „WIE“ dieser angstmachenden Berichte geht sofort ins Unterbewusstsein und richtet mehr Schaden an, als es nutzt. Das Immunsystem wird geschwächt, was in sich, nicht nur in dieser Zeit, ungünstig ist. Jedweder Stress setzt Angsthormone im Körper frei, was zur Schwächung des Immunsystems führt. Du kannst dir selbst helfen, in dem du deinen Körper und seine Reaktionen beobachtest. Verspannungen, Herzschlag etc.

Werden Stress und Angst wieder abgebaut, setzt der Körper Hormone frei, die sich gesundheitlich immunstärkend auswirken.

 

     Mehr Fachliches kannst du lesen oder schauen: "Die Anatomie des Schicksals", Johannes Huber;   „Biologie der Angst“ von Prof. Dr. Gerald Hüther, Uni Göttingen; Wirkung der Medien (Fernseher und co.) Prof. Dr. Manfred Spitzer auf You tube. Der Sender ARTE bringt regelmäßig wissenschaftsgestützte Videos über die Wirkung von Yoga, Meditation und anderen tiefgreifenden Entspannungsmethoden wie MBSR. Darum erspare ich mir hier weitere fachliche Ausführungen, die gibt‘s dann gerne in meinen Angeboten, wenn es wieder möglich ist.

 

Und Willkommen zur Meditation:

Sitze gerade und aufrecht, so, dass du eine würdevolle Haltung einnimmst. (Diese hilft dir, deine eigene unvergleichliche Würde wahrzunehmen.)

Beobachte deinen Atem für einige Minuten. Atme durch deine Nase ein und aus.

Wahrnehmen und atmen, spüren und da sein.

Vertiefe deinen Atem zur Bauchatmung hin. Atme ca. 6-8 Sek. bis tief ins Becken ein und ebensolange wieder aus. Halte diese Atemphase für ca. 5 min. oder so lange, du möchtest.

Vertiefe deinen Atem noch mehr und atme in Bauch und Oberkörper in tiefen langen Atemzügen ein und aus. (ca. 5 min.)

Du kannst zusätzlich deine Kehle ganz leicht verengen. Atme weiter durch die Nase. So hörst du einen leisen Ton, der sich wie Meeresrauschen anhört. Zugleich stelle dir vor, wie die Wellen des Meeres im Einatmen zu dir kommen und im Ausatmen wieder davon spülen und dein Atem wieder freiwillig zu dir zurückkommt.

Lang und tief einatmen. Lang und tief ausatmen. Nimm dich innerlich immer tiefer wahr. (5 min.) Wenn du merkst, dass du wieder natürlich weiteratmen willst, lasse es zu.

Du kannst Dir auch vorstellen, dass du störende Gedanken durch die Wirbelsäule tief in die Erde strömen lässt. 

 

Erinnere dich jetzt an eine Situation, in der du volles Vertrauen und innere Ruhe hattest. Stelle dir diese Situation so genau wie möglich vor. Wie auf einer Leinwand kannst du dich beobachten. Stelle das Bild im Kontrast scharf und bunt ein. Schaue dir eine Weile zu und atme, mit deiner bewussten Atmung, das Gefühl deines Vertrauens durch deinen ganzen Körper. (Wenn du es mehr fühlen als sehen kannst, ist dies völlig in Ordnung.

 

Nimm bewusst wahr, was sich in dir verändert. Vielleicht ist mehr Weichheit im Körper, oder im Inneren. Vielleicht fühlst du dich innerlich stabil und sicher an.

 

Halte diese Meditation solange, bis du vollkommen in der Sicherheit dasitzen kannst und bleibe dann noch eine Weile in dieser Empfindung. Bade darin, flute dich damit. Hülle dich ein.

Beende deine Meditation damit, dass du die Konturen deines Körpers wahrnimmst, tiefe und lange Atemzüge durch den Körper atmest. Rekele dich, strecke dich. Wisse, du kannst jederzeit in dieses Gefühl zurückkommen. Im Herzen kannst du diese Erfahrung verankern und jederzeit erinnern. (Ggf. stelle dir eine Zeituhr.)

 

Dies ist dein Reset-Knopf, deinen gesamten Organismus in die Ruhe zu bringen. Und davon wünsche ich dir immer – ganz viel.

 

Die Wirkung wird umso stärker, je öfter du diese Meditation praktizierst. Einmal reicht nicht.

Dankbarkeit und Freude sind ebenfalls Reset-Knöpfe für mehr Ruhe und Vertrauen, die in Stress und Angst häufig verloren geht.

 

Von Herzen: Bleib gesund in deiner Mitte 

 

 

März 2020 

 

Fastnacht – Rollenwechsel, in eine neue Haut schlüpfen

 

Heute (Ende Februar) habe ich ein wenig über Karneval sinniert. Karneval wird die fünfte Jahreszeit genannt. In manchen Regionen echt ein Ausnahmezustand. In anderen wiederum kaum beachtet. In alter Zeit wurden die (bösen) Geister ausgetrieben. Der Winterstaub hinausgeputzt, geräuchert und die guten Geister eingeladen, im Haus und Leben ihren Platz einzunehmen.

 

Heutzutage geht es mehr um den Spaß an der Freude. Und schließlich ist Karneval auch ein Hoffnungsbild der Freude. (Wobei auch gesagt werden will, dass dieser Spaß, wie ich heute Morgen hörte, trauriger Weise in Drogen-, Alkohol- und KO-Tropfenexzessen endete. Jugendliche, wie Erwachsene im Komasaufen landeten. Das ist ein weniger schönes Gesicht des Karnevals.) 

 

Die meisten schlüpfen in eine zweite Haut oder eine völlig neue Rolle. „Dann kann ich mal endlich ich, mal ausgelassen sein“, sagten mir schon viele.

 

Dem fröhlich lachenden Clown auf dem Foto, der eigentlich eine „sie“ ist, tut es gut, sich zu verkleiden, fröhlich zu lachen und aus dem Herzen zuversichtlich zu strahlen. (So kenne ich "ihn" auch aus dem Alltag.) Den vielen Karnevalisten tut es auch gut. Die Bandbreite, Karneval zu feiern, ist groß. 

 

Wie sieht es im Alltag aus. Wer bin ich, bist du, wenn die zweite Haut, bzw. die Verkleidung fehlen? Oder die Rollen manches abzuverlangen scheinen, was du und ich nicht wirklich leben wollen.

 

Warum nur zu Karneval in eine andere Haut schlüpfen.

Warum nicht jetzt und hier, wild, rasant, lustig, humorvoll, freudig, feurig, offen sein, ausgelassen, zuversichtlich sein.  

Warum nicht zu jeder Jahreszeit sein, wer du bist.  

 

"Wer bist du, bin ich?" Dieser Frage gehen die Meditationslehrer aller Kulturen und Zeiten nach. Wer bin ich – wirklich – wenn ich nicht die Rollen der Eltern, Lehrer, Chefs, Kollegen, Freunde, Verwandten, ja, der Gesellschaft übernehme. Ich schau da gerne hin, weil es mir echten Spaß macht. Offen gesagt, ist mir Karneval unwichtig geworden (obwohl ich ihn anderen gönne), weil ich täglich gerne die bin, die ich bin.

 

„Wer bin ich?“

 

Auf diese Frage hast nur du selbst eine Antwort, tief in dir drin.  

  

  

Februar 2020

 

Freundschaft ist bunt

Ja, das kann sie sein, im übertragenen Sinne.

Wahre Freundschaft erlebe ich mit meiner einzigen Freundin. Ja, ich habe „nur“ eine einzige. Die anderen im meinem Umfeld nenne ich daher „Bekannte“, abgesehen von beruflichen Freundschaften, die ich hege. Klingt das nicht ein wenig reduzierend? Auf den ersten Blick vielleicht. Doch wenn ich wahre Freundschaft definiere, spitzt sich die Qualität auf bestimmte Attribute zu. (Deshalb mag ich alle meine Bekannten jedoch nicht weniger J. Im Gegenteil.) Meine Freundin un dich definieren Freundschaft gleich. Sie: 

  • " Eine Verbindung, die zunächst aus Sympathie besteht, weil evtl. mögliche Interessen da sind, die verbinden
  • Nach und nach kann dann Freundschaft wachsen, die darüber hinaus auch den privaten Bereich berührt
  • Freundschaft basiert auf gegenseitiger Annahme, die den anderen so annimmt, wie er ist
  • Zuhören können ohne zu werten
  • An den Lebensumständen des anderen teilhaben
  • Gemeinsam lachen und auch weinen
  • Andere Meinungen aushalten
  • Dem Anderen Glück wünschen und emphatisch gegenübertreten
  • ...

Die Summe aller Punkte entspricht 20 Jahre - Petra & Benedikta "

 

Es läuft zwischen uns optimal, und halt „bunt“. Sie begleitet jeden meiner Wege, hat durchaus ihre andere Meinung dazu. Wir sind beide in mancher Hinsicht mit anderen Lebensthemen unterwegs. 20 Jahre … sprechen von Beständigkeit. Diese Freundschaft ist wie eine Zufluchtsstätte für Sorgen und zeugt von Vertrauen.

Nein, wir treffen uns nicht wöchentlich zum Kaffee oder Klönen (wie man hier in der Gegend sagt, wenn wir über „Gott und die Welt“ reden). Wir haben eine gewisse räumliche Entfernung, die es verhindert, mal eben ‘nen Kaffee zusammen zu trinken. Sie hat ihr Leben als Ehefrau, Mutter, Oma, ehrenamtlich Wirkende usw., in dem sie gefordert ist. Schließlich sind da noch mein Beruf und meine Familie. Dennoch macht bei uns nicht die Quantität diese Freundschaft aus, sondern die Qualität.

Sie zeigt sich von einer Toleranz, die überaus vorbildlich und Nahrung für die Seele ist. Wenn eine die andere braucht, stehen wir füreinander ein. Allerdings fragen wir uns gar nicht erst, ob dies so sein wird. Es ist einfach so, ohne ‚Wenn‘ und ‚Aber‘.

Die besondere Qualität bezeichne ich als „erwartungslos da sein“. Und das schafft einen Freiraum in der Freundinnen-Beziehung. Wünsche können geäußert werden, keine ist „sauer“, werden sie nicht erfüllt. Jede hat ihre ganz eigene Weltsicht. Sie darf mir auch mal den „Kopf waschen“, bzw. den Spiegel vorhalten und sagen: „Petra, mach mal halblang“. Ich nehme ihre ehrlichen Impulse dankbar an, weil sie nicht bevormundend sind, sondern eine Option, anders zu denken. Geheimnisse sind bei ihr gut aufgehoben, dennoch teilen wir nicht alle miteinander. Ein Zeichen, dass wir nicht neugierig lauern, was im Leben der anderen geschieht. Wir richten einander auf. Ihr kann ich mein Haus anvertrauen, weil ich mich bei ihr in Sicherheit wiege.

Diese Freundschaft ist wie eine Hand, auf die wir uns, stützen können. Meine Freundin kann hervorragend meine inneren Töne zum Klingen bringen und mir helfen, meinen eigenen Ton zu finden. Wenn das passende Wort mal fehlt, dann tragen uns Stille und Schweigen. Unsere Freundschaft haben wir nicht gesucht oder geplant, wir haben sie gefunden.

(M)eine Freundschaft ist (m)ein Schatz, der gehütet werden will. Denn sie ist ein kostbares Geschenk.

Januar 2020 

 

Für mein Leben gerne dankbar

 

Bewusst habe ich mir stille Zeit gegönnt, an den Festtagen und "zwischen den Jahren".

   Habe mich mit der Dankbarkeit befasst, denn für mein Leben gerne bin ich tief dankbar. Für alles Mögliche. 

     Für das wunderbare Jahr 2019, für das, was mir das Leben schenkte, die reichhaltigen Erfahrungen und meine chancenreiche Entwicklung, denn ich schaute nicht alleine auf 2019.

      Ja, ich kann mich als reich Beschenkte fühlen. Durch meine Familie, meinen Traumberuf, mit den berührenden Begegnungen. Für begleitende Freundschaften, insbesondere für eine Freundin, die meinen Weg seit mehr als 20 Jahren begleitet.  Für die Höhen und Tiefen, die ab und an dazu gehören. Sie lassen lernen, in dem was das Leben als Aufgabe stellt. Sie rufen Fragen auf den Plan, weil es auch mal Zweifel geben darf. Und beim genauen Hinhören erhalte ich auch Antworten. Dankbar bin ich allerdings auch und erst recht für das kommende Jahr.

     Dankbar sein für etwas, das noch kommt? Hm..., klingt unglaublich, weil ich ja noch nicht weiß, was kommt. Dennoch mag ich dankbar sein für das, was in der Zukunft liegt. Denn es wird mir zu meinem Besten gereichen. So meine bisherige Erfahrung. 

     Darüber hinaus sitze ich oft da und bin dankbar - einfach so - ohne besonderen Grund. Ich beobachte, dass Dankbarkeit (auch für die ungewisse Zukunft oder für ein Nichts) mich grundsätzlich zuversichtlich stimmt. Dankbarkeit in das, was noch vor mir liegt, braucht die Zuversicht und das Vertrauen, dass Aufgaben, die das Leben stellt, zu schaffen sind.

   Ich mache das nicht, weil inzwischen die Wissenschaft bestätigt, dass das Immunsystem davon profitiert oder die mentale Stärke wächst. Nein, es gefällt mich schlicht, in einer Stimmung zu sein, mit der ich mich glücklich und zufrieden macht. Dankbarkeit gibt generell Halt und Stabilität. Bis zu den 90er Jahren wurde in der Psychologie, Therapie oder Coaching, der Blick mehr auf die Probleme gerichtet. Übersehen wurde vielleicht, dass "pro" - "für" heißt. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet und es sind unter anderem die tragende Rolle von Dankbarkeit und das Augenmerk auf das Gelungene im Leben im Vordergrund. Darauf, was glücklich und gesund macht. Also, ich liebe die Pro-Dankbarkeit, denn ich gehe glücklicher und stressfreier durch mein Leben. Auch dann, wenn Herausforderungen nahen. Zudem hat das Wort "Einsamkeit" seitdem keine Relevanz mehr in meinem Leben. Denn durch meine Dankbarkeit fühle ich mich tief verbunden. Noch dazu schlafe ich besser, wenn ich den Tag mit Dankbarkeit beende.

Nun gut, dankbar sein geht nicht einfach so. Denn sie ist auch Übungssache. Vor allem, wenn es daraum geht, für Nichts dankbar zu sein. Zu Beginn der Übung von Dankbarkeit schaffte ich mir ein Dankbarkeitstagsbuch an und trug abends eine oder mehrere Erlebnisse ein, für die ich dankbar war. Damals wusste ich noch nicht, dass der Psychologieprofessor Robert Emmons an der University of California durch Studien bestätigt, dass nicht alleine die Psyche durch die Grundhaltung von Dankbarkeit gesünder wird, sondern auch der Körper. Ja, sogar Depressionen können ihre Chance verlieren, wenn Dankbarkeit durch und durch empfunden wird. Es reichen, nach meiner Erfahrung, schon einige Minuten am Tag. 

Probiere es gerne aus. Richte dein Augenmerk auf die Momente des Tages, für die du dankbar bist, und schreibe sie dir auf. Am Ende des Jahres kannst Du ein Ritual halten, eine Kerze anzünden und das Tagebuch lesen. Du wirst dich wundern, was und wieviel sich ereignete, dass dich dankbar machte. Es müssen nicht alleine die großen Ereignisse sein. Nach einiger Übung automatisiert sich deine Dankbarkeit. Du wird immer zuerst schauen, was dich dankbar macht, statt die dunklen Ereignisse zu zählen. 

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir (und mir) ein Jahr 2020, reich an Dankbarkeit.

 

Mittelpunkt Mensch am „Kraftort Eifel“ ©

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Simmerath/Eifel

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